Andreas Bierwirth & Peter Malanik

Bilanz

AUA bleibt in den roten Zahlen

Auch heuer wieder Verluste: Selbstgestecktes Ziel nicht erreicht.

Die Krise macht der AUA einen Strich durch die Rechnung. Seit Donnerstag ist offiziell, was AUA-Aufsichtsratschef Stefan Lauer bereits vor einiger Zeit angedeutet hatte: Die Airline wird ihr für 2011 gesetztes Ziel eines positiven operativen Ergebnisses nicht schaffen. Das sei „schon eine gewisse Enttäuschung“, so die AUA-Vorstände Andreas Bierwirth und Peter Malanik. Schuld sind vor allem Einbußen nach der Atomkatastrophe in Japan und den Unruhen im Nahen Osten, außerdem „spüren wir eine wachsende Verunsicherung der Kunden als Folge der Finanzkrise“, so Malanik.

Im Winter werden drei Strecken gestrichen
Von Jänner bis September flog die Lufthansa-Tochter AUA insgesamt einen operativen Verlust von 31,5 Mio. Euro ein – lag damit allerdings immerhin um 29 % besser als im Jahr zuvor. Im 3. Quartal gab es sogar einen operativen Gewinn von 31,6 Mio. Euro. Für das traditionell schwache 4. Quartal erwarten die Vorstände eine „signifikante“ (= zweistellige) Verbesserung zum Vorjahr, als es ein Minus von 64 Mio. Euro gegeben hatte.

Die Gewinnzone peilen Malanik und Bierwirth, die Anfang November mit Jaan Albrecht einen neuen Chef bekommen, nun für 2012 an. Fix ist, dass die Airline weiter sparen muss. Und der Winterflugplan (ab 31. Oktober) wird zusammengestutzt – die Destinationen Helsinki, Damaskus und Mailand/Limate werden gestrichen. Im Gegenzug werden aber ab Sommer die Flüge nach Belgrad, Sofia und Bukarest aufgestockt – angesichts zunehmender Konkurrenz durch andere Airlines wie Air Berlin. Ihre Rolle als Drehkreuz Richtung Osten werde die AUA „mit Zähnen und Klauen verteidigen“, sagt Malanik.

Rauer Wind weht der AUA auch von der Golf-Linie Emirates entgegen. Die AUA sieht durch deren Flugaufstockung nach Wien ihre Langstreckenverbindungen (vor allem Indien) bedroht.