Parteienvertrater reagierten überrascht und verärgert auf diese Nachricht.
Die Fertigstellung des Großflughafens Berlin Brandenburg International (BBI) droht sich nach einem Zeitungsbericht um ein Jahr zu verzögern. Wie der Berliner "Tagesspiegel" am Samstag berichtete, geht dies aus einem Brief hervor, den eine mit der Projektsteuerung beauftragte Firma an das BBI-Management geschrieben habe. Berliner Landespolitiker zeigten sich überrascht und verärgert.
Unter Verschluss
Dem "Tagesspiegel" zufolge wird der Brief seit
Wochen unter Verschluss gehalten, die Existenz des Schreibens sei aber aus
mehreren Quellen bestätigt worden. Demnach seien erst etwa 20 Prozent der
Planungsleistungen für den Innenausbau des Terminals erstellt. Ein
BBI-Sprecher sagte der Zeitung, er kenne den Brief nicht; der bisherige
Zeitplan sei beschlossene Sache. Eigentlich soll der Großflughafen BBI Ende
Oktober 2011 eröffnen. Bei Verzögerungen dürfte der Flughafen Berlin-Tegel
länger in Betrieb bleiben.
Klarheit
Der verkehrspolitische Sprecher der SPD-Fraktion im
Berliner Abgeordnetenhaus, Christian Gaebler, forderte die
Flughafengesellschaft auf, "jetzt schnell Klarheit zu schaffen". Sie müsse
darüber informieren, ob Verzögerungen, die durch die Insolvenz eines
Bauunternehmens entstanden sind, die Eröffnung ernsthaft in Frage stellen.
Fluggesellschaften, Passagiere und Investoren brauchten Planungssicherheit.
Gegebenfalls müsse eine "seriöse Neuplanung" erfolgen, erklärte Gaebler in
Berlin.
Der SPD-Landes- und Fraktionsvorsitzende Michael Müller sagte dem RBB-Inforadio, nach seinem Wissen seien nur "einige Wochen aufzuholen" wegen des strengen Winters. Von einer längeren Verzögerung wisse er nichts. Grünen-Fraktionschef Volker Ratzmann sagte dem Sender, sollte es eine Verzögerung geben, trüge der Senat die Schuld: "Der Senat hat alle Unkenrufe zurückgewiesen." Der CDU-Partei- und Fraktionsvorsitzende Frank Henkel warnte, Berlin könne sich keine Verzögerung leisten.