Billa startet neue Nobel-Filiale in Wien

Ab Ende Oktober

Billa startet neue Nobel-Filiale in Wien

"Billa Corso" entsteht im Herrnhuterhaus am Neuen Markt.

Billa matcht sich demnächst mit Meinl um die Nobelkunden in der Wiener Innenstadt. Der deutsche Handelsriese Rewe eröffnet am 29. Oktober einen weiteren "Billa Corso" im Ersten Bezirk. Nur wenige Gassen vom altehrwürdigen "Meinl am Graben" entfernt, baut sich derzeit im denkmalgeschützten Herrnhuterhaus am Neuen Markt neue Konkurrenz in Form eines Billa Corso auf. "Wir bespielen eine Fläche von knapp 1.000 Quadratmetern auf drei Ebenen und werden vor allem Akzente im Frischebereich setzen", gab Vertriebsdirektor Robert Nagele heute, Dienstag, auf einer Pressekonferenz bekannt. Den ersten Billa Corso gibt es seit mehr als 15 Jahren in den Ringstraßen-Galerien.

Dogudan steigt mit ein
"Wir sind kein Meinl am Graben", betonte Billa-Vorstandssprecher Volker Hornsteiner. "Natürlich wollen wir, dass möglichst viele Kunden zu uns kommen", räumte Nagele ein. Für den 50 Quadratmeter großen Gastronomiebereich im Erdgeschoß hat Billa Attila Dogudan mit der Marke "Henry" als Partner gewonnen. Somit eröffnet im Herbst auch in Österreich ein Gourmetshop unter dem Do&Co-Markennamen Henry - in der BMW-Welt in München gibt es bereits einen Shop-in-Shop dieser Art.

Für den Filialbetrieb des neuen Billa Corso in Wien seien 85 neue Jobs geschaffen worden. Die neuen Mitarbeiter, die zum Teil aus anderen Billa-Geschäften angeworben wurden, durchlaufen den Angaben zufolge seit Wochen Fachschulungen und Seminare, unter anderem beim Wiener Benimm-Kaiser Thomas Schäfer-Elmayer.

2 Mio. werden investiert
Die Bauarbeiten laufen derzeit noch auf Hochtouren, bis zum Eröffnungstermin ist noch einiges zu leisten, sprach Hornsteiner von einem "Spannungsbogen zwischen Gründerzeithaus unter Denkmalschutz und den Anforderungen an ein modernes Lebensmittelgeschäft". "Jeden Tag stoßen wir baulich auf Dinge, die schwierig sind - zum Beispiel ein ein Meter dicker Granitboden", schilderte der Sprecher die Lage.

Entsprechend höher sind mit rund 2 Mio. Euro auch die Investitionen, die in den neuen Flagship-Store fließen. Normalerweise lässt sich Billa eine neue Filiale im Schnitt nur die Hälfte davon kosten. "Es gibt eh kein Zurück mehr, da wir überall kommuniziert haben, dass wir am 29. Oktober öffnen." Dafür winkt auch "vom Start weg" ein überdurchschnittlicher Monatsumsatz von rund 700.000 Euro, den Billa nur im ersten Billa Corso in den Ringstraßen-Galerien erzielt. Eine normale Filiale spiele nur etwa 250.000 Euro ein.

"Food University" soll Kunden locken
Österreichweit betreibt Billa 1.000 Geschäfte. Zu den beiden Spezial-Auskoppelungen unter dem Namen Billa Corso, die es derzeit nur in Wien gibt, sollen in Zukunft drei bis sechs weitere in ganz Österreich dazukommen - als nächstes in Salzburg (Griesgasse) und in Graz (Kärntnerhof am Jakominiplatz).

Als Besonderheiten erwarten die Kunden im neuen Corso in Wien "Fleisch und Fisch in Bedienung" (gibt es derzeit nur in 5 von 1.000 Billa-Filialen), mehr Obstauswahl, Verkostungen, Weekend-Schwerpunkte unter dem Schlagwort "Food University", im Zuge derer beispielsweise Allerlei über Olivenöl zu erfahren ist, ein hoher Anteil an biologischen Gebäck im Back-Shop, besonderes Gewicht auf italienische Delikatessen sowie ausgedehnte Öffnungszeiten - werktags von 8.00 bis 20.00 Uhr, samstags bis 18.00 Uhr.

5.000 Kunden pro Tag erwartet
Das Herrnhuterhaus in Wien gehört nach wie vor der Familie Fürnkranz. Billa hat es auf 40 Jahre zu einem nicht näher bezifferten Betrag gemietet. "Es ist die höchste Miete, die Billa jemals bezahlt hat", so Hornsteiner kryptisch. Billa sei stolz, sich so eine Fläche in Wien für den Lebensmittelhandel gesichert zu haben. So eine Gelegenheit gebe es nur alle 15 bis 20 Jahre. Trotz der hohen Miete gilt die gleiche Preispolitik wie in herkömmlichen Filialen, nur das Sortiment im Frischebereich wird vielfältiger sein. "Wir rechnen mit rund 5.000 Kunden pro Tag", so Nagele.