Corona-Krise: US-Börsen sacken weiter ab

Teils schwere Verluste

Corona-Krise: US-Börsen sacken weiter ab

Angespannte Corona-Situation belastet - US-Neubauverkäufe rutschen überraschend ab - Chinesische Sanktionen lasten auf Papiere der US-Rüstungskonzerne.

New York. Die US-Börsen sind am Montag im Verlauf noch tiefer in die Verlustzone gerutscht. Der Dow Jones Industrial stand gegen 19.00 Uhr mit satten Verlusten von 2,95 Prozent bei 27.499,64 Punkten. Auch der S&P-500 gab um 2,45 Prozent auf 3.380,65 Einheiten nach. Der technologielastige Nasdaq Composite verlor ebenso 2,29 Prozent auf 11.283,33 Zähler.
 
Grund für die deutlich schlechte Börsenstimmung ist vor allem die zunehmend angespannte Situation rund um die Corona-Pandemie. Zuletzt gab es in Europa täglich neue Höchststände bei den Neuinfektionen mit dem Coronavirus. Auch in den USA wurden am Wochenende neue Rekordinfektionen von über 83.000 jeweils am Freitag und am Samstag vermeldet.
 
Auch durch die jüngste Entwicklung bei den Verhandlungen für ein neues Hilfspaket in den USA im Kampf gegen die Folgen der Pandemie belastet. Zuletzt hatten die Sprecherin des Repräsentantenhauses Nancy Pelosi und US-Finanzminister Steven Mnuchin ihre Gespräche erst einmal abgebrochen. Beide Seiten beschuldigten sich gegenseitig, im Nachhinein "die Verhandlungsregeln geändert zu haben".
 
Außerdem ist in den USA die Zahl der Verkäufe neuer Häuser im September überraschend gefallen. Die Neubauverkäufe fielen im September gegenüber dem Vormonat um 3,5 Prozent, wie das Handelsministerium mitteilte. Analysten hatten im Schnitt hingegen mit einem Anstieg um 1,4 Prozent gerechnet.
 
Branchenseitig gerieten die Papiere einiger US-Rüstungskonzerne unter Druck. Zuvor hatte die chinesische Regierung als Reaktion auf US-Waffenlieferungen an Taiwan Sanktionen angekündigt. Die Lieferungen hätte laut Angaben eines Regierungssprechers in China gegen das "Ein-China-Prinzip" verstoßen. Deutlich im Minus lagen etwa die Aktien von Lockheed Martin (minus 2,6 Prozent) und Raytheon Technologies (minus 3,7 Prozent).
 
Auch die besonders von der Corona-Pandemie und den weltweiten Reisebeschränkungen betroffenen Papiere der Reiseindustrie tendierten am Montag im Verlauf mit klaren Verlusten. Die Titel von United Airlines und American Airlines verloren um 8,2 und 6,7 Prozent. Auch die Titel des Kreuzfahrtkonzerns Royal Caribbean sackten um über 12 Prozent ab.