"Goldene Brücke" für Magna?

Deutsche Regierung pusht Magna-Angebot für Opel

Im Ringen um den Autobauer Opel baut Deutschland dem austro-kanadischen Bieter Magna eine goldene Brücke. Bund und Länder wollten den von Magna beantragten staatlich garantierten Kredit für einen Opel-Einstieg zunächst allein und nicht wie vorgesehen mit anderen europäischen Opel-Ländern stemmen, erklärte der für Opel zuständige Staatssekretär im Wirtschaftsministerium, Jochen Homann.

Mit dem Vorstoß will Deutschland offenbar den Magna-Konkurrenten RHJ ausbremsen und vor der GM-Verwaltungsratsitzung am Freitag den Druck auf GM erhöhen.

"Wir können uns vorstellen, ein Darlehen zur Verfügung zu stellen und verabreden dann eine konkrete Lastenverteilung mit den anderen europäischen Ländern", sagte Homann am Mittwochabend zu Reuters. Auf die Frage, ob Deutschland auch ein Darlehen geben würde, wenn GM seinem bisherigen Favoriten - dem belgischen Finanzinvestor RHJ - den Zuschlag erteilt, antwortete der Staatssekretär: "Diese Frage stellt sich nicht, da die Bundesregierung eine Präferenz für das nachgebesserte Angebot von Magna hat."

Der austro-kanadische Zulieferer will Opel gemeinsam mit dem russischen Partner Sberbank mit Hilfe von Staatsgarantien über 4,5 Milliarden Euro übernehmen. RHJ plant offiziell mit Bürgschaften über 3,8 Mrd. Euro, hatte aber signalisiert, auch mit weniger auskommen zu können.

Eine Entscheidung in dem monatelangen Ringen um Opel liegt zunächst bei GM selbst. "Es ist möglich, dass sich der GM-Verwaltungsrat am Freitag beide Angebote präsentieren lässt und eine Empfehlung ausspricht", sagte Homann. Auch in Verhandlungskreisen hieß es, der Verwaltungsrat strebe am Freitag eine Entscheidung an. Die Empfehlung solle dann zunächst mit der deutschen Bundesregierung abgestimmt werden, bevor möglicherweise schon zu Beginn der kommenden Woche die Opel-Treuhand über den Verkauf entscheidet.