Energieriese EdF vor Rückzug aus Österreich

Der französische Energieriese EdF steht laut einem Bericht der Tageszeitung "Standard" vor einem Rückzug aus Österreich. Der Zeitung zufolge will Electricite de France den Partner Gaz de France aus der gemeinsamen Österreich-Tochter SIA auskaufen, die am steirischen Versorger Energie Steiermark AG mit 25 Prozent plus einer Aktie beteiligt ist. Der Deal soll am Freitag unterzeichnet werden.

Zum Buchwert von 80 Mio. Euro gehen die GdF-Anteile an die EdF, so der "Standard". Dies werde von Insidern als erster Schritt für einen gänzlichen Rückzug der Franzosen aus dem österreichischen Markt interpretiert. Dies wiederum könnte nachhaltige Veränderung der österreichischen E-Wirtschaft nach sich ziehen.

Darüber hinaus dürfte EdF demnächst das Gesamtpaket an der Energie Steiermark AG (früher EStAG) zum Verkauf anbieten, heißt es. Erster Interessent: Der Verbund, der seit Jahren bei den Steirern um eine direkte Beteiligung an der EStAG anklopft und dabei auch ein Auge auf weitere 24 Prozent Landesanteile geworfen hat.

Betroffen vom Rückzug der Franzosen könnte auch EVN sein, denn EdF ist über Energie Baden Württemberg bei den Niederösterreichern mit rund 37 Prozent beteiligt. Auch hier könnte der Verbund einsteigen und die EdF/EnBW-Anteile übernehmen und somit mit EVN eine Kreuzbeteiligung eingehen, heißt es. EVN hält am Verbund zehn Prozent.

Noch vor zwei Jahren sah die Welt in der steirischen E-Wirtschaft völlig anders aus. EdF und GdF wollten 2008 über ihr Gemeinschaftsunternehmen Société d'Investissement en Autriche (SIA) um 400 Mio. Euro weitere 24 Prozent an der EStAG kaufen und ihren Anteil auf 49 Prozent aufstocken. Eine Mehrheit aus ÖVP, KPÖ und Grüne verhinderte das "Verscherbeln von Familiensilber" aber.