Ex-Hypo-Vorstandschef Kulterer nun "Beschuldigter"

Der ehemalige Vorstandschef der notverstaatlichten Hypo Alpe Adria Bank, Wolfgang Kulterer, wird von der Kärntner Justiz in der Causa jetzt als Beschuldigter geführt. Dabei geht es laut dem Magazin "News" um einen 150.000-Euro-Kredit, den Kulterer dem Privatdetektiv Dietmar Guggenbichler gewährt hat - auf Bitte des damaligen Landeshauptmanns Haider.

Die Hypo selbst hat ihren ehemaligen Chef in Bedrängnis gebracht. Sowohl die Hypo Österreich als auch die Hypo International haben im Februar Anzeige gegen Kulterer erstattet. Er soll seine Befugnis über fremdes Vermögen zu verfügen, "wissentlich missbraucht" haben. Im Juni 2006 - wenige Monate bevor Kulterer seinen Vorstandssessel wegen der Swap-Affäre räumen musste - soll Haider bei Kulterer telefonisch für Guggenbichler interveniert haben. Dieser brauche dringend 150.000 Euro "für das Finanzamt", so Haider, und Guggenbichler könne auch Kulterer behilflich sein.

Kulterer habe, so der Vorwurf, zwei Hypo-Mitarbeiter angewiesen, Guggenbichler diesen Kredit zu gewähren. Sollte ein Schaden entstehen, so heißt es in einem Aktenvermerk vom 26. Juni 2006, dürfe dieser nicht der Hypo Austria angelastet werden, dafür müsse die Hypo International aufkommen. Der Schaden entstand, Guggenbichler konnte nicht zahlen und ist inzwischen in Konkurs.

Offenbar wollte der Detektiv seine Schulden bei Kulterer "abarbeiten", er recherchierte in dessen Auftrag gegen Kulterers Stellvertreter Günter Striedinger, allerdings laut Kulterer praktisch ohne Erfolg. Guggenbichler behauptet, ihm stünden für seine Arbeit noch 200.000 Euro zu. Die Hypo sieht das völlig anders und hat den Detektiv ebenfalls angezeigt.

Probleme hat die Bank auch wieder einmal mit einem Firmenjet. Zwar wurde der eigene unter öffentlichem Druck verkauft, doch nun hat sie wieder einen Flieger in ihrem Portfolio, berichtet die "Presse". Der Learjet 35A sei im Rahmen eines "normalen Kundengeschäfts" zugeflogen. Auf gut Deutsch: Da hat sich wohl ein Kunde mit dem Kredit übernommen. Laut "Presse" ist der Weiterverkauf kein leichtes Unterfangen.