Sieben EU-Finanzminister für scharfe Maßnahmen

G-20: EU-Sondergipfel zur Finanzkrise in Brüssel

Die EU hält am 17.9. in Brüssel einen Sondergipfel zur Finanzkrise ab. Das kündigte der schwedische Ministerpräsident und amtierende EU-Ratsvorsitzende Reinfeldt am Freitag in Stockholm an. Ziel des informellen Treffens der europäischen Staats- und Regierungschefs ist die Vorbereitung des Weltfinanzgipfels (G-20) am 24. und 25.9. in der US-Stadt Pittsburgh.

Im Mittelpunkt des G-20-Gipfels werden unter anderem schärfere Regeln für die Vergütung von Bankmanagern stehen. Zu diesem Thema haben sich am Freitag die Finanzminister aus sieben EU-Ländern mittels eines gemeinsamen Beitrags für die Stockholmer Zeitung "Dagens Nyheter" zu Wort gemeldet: Darin fordern die Minister aus Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien, Schweden, Luxemburg und den Niederlanden strikte Regeln für die Bonus-Vergabe an Banker und attackieren die Verantwortung der Banken für die internationale Finanzkrise scharf.

Die Ressortchefs riefen die G-20-Staaten unter anderem auf, eine Bonus-Garantie für mehr als ein Jahr zu untersagen. Risiken des Bonus-Systems sollten sehr genau beobachtet werden, mahnten die Minister. Solche Risiken seien viel zu hoch, wenn die Fehler Einzelner die gesamte Bevölkerung träfen. Die Verfasser des Zeitungs-Beitrags forderten die ab Freitagabend in London tagenden G-20-Finanzminister auf, sich bei der Vorbereitung des Pittsburgher Gipfels der Initiative für strengere Regeln anzuschließen.

Am Donnerstag hatten Deutschland, Frankreich und Großbritannien in einem gemeinsamen Schreiben an die schwedische EU-Ratspräsidentschaft ein geeintes europäisches Eintreten für eine stärkere Regulierung der internationalen Finanzmärkte gefordert. Besonders für die Vergütung der Banker über Boni bedürfe es klarer internationaler Vorgaben, erklärten Bundeskanzlerin Merkel, Staatspräsident Sarkozy und Premierminister Brown.