Nachhaltige Investments schlagen den ATX

Veranlagungen in nachhaltig wirtschaftende österreichische Unternehmen müssen für Investoren nicht automatisch eine schlechtere Rendite abwerfen, wie dies oft befürchtet wird. Das zeigt der von der VBV-Pensionskasse initiierte VÖNIX-Nachhaltigkeitsindex. Dieser von der Wiener Börse berechnete Index konnte seit seiner Gründung Mitte 2005 den ATX-Prime-Index um knapp 20 Prozentpunkte outperformen.

"Das ist der Lohn für die Nachhaltigkeitsanalyse", bilanziert Reinhard Friesenbichler, Geschäftsführer des Beratungsunternehmens rfu und für die Zusammensetzung des Index verantwortlich.

Rund 400 ökonomische, ökologische und ethische Indikatoren berücksichtigt Friesenbichler bei der Auswahl aus den rund 70 größten heimischen börsenotierten Unternehmen.

Derzeit setzt sich der Index aus 22 Werten zusammen. Aufgrund der Krise und ihrer Auswirkung auf die Bonität und Verschlechterung der langfristigen Ertragslage sei die Zahl der in Frage kommenden Unternehmen derzeit leicht rückläufig, sagte Friesenbichler. Die größten Anteile am Index entfallen auf die Erste Group Bank (16,4 %), OMV (9,6 %) und voestalpine (9,2 %).

Out: Atomkraft, Kriegsspiele, Tabak & Gambling

Bei Nachhaltigen Investments (NHI) werden etwa Unternehmen mit Bezug zu Nuklearenergie, Rüstung, Tabak oder Glücksspiel generell nicht berücksichtigt. Ein Ausschlusskriterium stellen auch schwere Menschenrechtsverletzungen dar. Immer mehr steht laut Friesenbichler auch die Ausübung von Aktionärsrechten im Vordergrund. "Dann kann auch in 'schlechte' Unternehmen investiert werden."

In Österreich dürften 2010 die NHI-Veranlagungen 2-3 Mrd. Euro ausmachen. Global wird das NHI-Volumen auf 3,75 Bio. Euro bzw. 7 % des veranlagten Vermögens geschätzt. Dieser Anteil dürfte sich bis 2015 auf 20 % erhöhen, erklärte Friesenbichler.