Inoffiziell ist kein akuter Kapitalbedarf gegeben

Kärntner Hypo braucht erneut Kapitalspritze

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Die Kärntner Hypo Group Alpe Adria (HGAA) braucht möglicherweise erneut Geld von ihrer Mutter, der BayernLB.

Das deutete Bayerns Finanzminister Georg Fahrenschon an. SPD und Grüne fordern unterdessen einen Untersuchungsausschuss im Bayerischen Landtag.

Fahrenschon, der als Finanzminister auch Chefkontrolleur der Landesbank ist, betonte im Landtag, die BayernLB sei jedenfalls stark genug, um eine eventuelle HGAA-Kapitalerhöhung selbst tragen zu können, weitere Staatshilfe sei nicht notwendig. Sowohl in der BayernLB in München als auch bei der Hypo Group in Klagenfurt gab es dazu offiziell keine Stellungnahmen. Inoffiziell war zu hören, dass akut kein Kapitalbedarf bestehe.

Die BayernLB selbst ist, wie auch ihre Tochter HGAA, weiter in großen wirtschaftlichen Schwierigkeiten. Die Auswirkungen der Finanzkrise werden die Bank voraussichtlich Ende dieses Jahres "in voller Schärfe" treffen, sagte Fahrenschon. Im zweiten Halbjahr sei daher mit einer weiteren Erhöhung der Risikovorsorge zu rechnen.

Die Landesbank stand vergangenes Jahr nach Verlusten von 5 Mrd. Euro vor dem Aus und musste mit zehn Milliarden Euro frischem Kapital vom Land Bayern gerettet werden. Während die BayernLB mittlerweile aber wieder Gewinne schreibt, ist die HGAA weiter defizitär. Die Münchner halten rund 2/3 der HGAA-Anteile.

SPD und Grüne drohen in München nun mit einem Untersuchungsausschuss zur angeschlagenen BayernLB. Damit wollen die beiden Oppositionsfraktionen eine öffentliche Aufarbeitung der Affäre um den Kauf der HGAA erzwingen, wegen der zur Zeit die Münchner Staatsanwaltschaft ermittelt. Sowohl SPD als auch Grüne fühlen sich nicht ausreichend informiert.

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