Porr bezahlte Lobbyisten 200.000 Euro

Hesoun-Nachfolge

Karl-Heinz Strauss neuer Porr-Chef

Karl-Heinz Strauss (49), Geschäftsführer der Projektentwicklungsgesellschaft Strauss & Partner, tritt die Nachfolge von Wolfgang Hesoun an

Das Tauziehen hat ein Ende - die Kernaktionäre des Baukonzerns Porr haben sich heute, Donnerstag, bei der Aufsichtsratssitzung auf einen neuen Mann an ihrer Spitze geeinigt. Der Unternehmer Karl-Heinz Strauss (49), Geschäftsführer der Projektentwicklungsgesellschaft Strauss & Partner, tritt die Nachfolge von Wolfgang Hesoun an. Seine Tätigkeit als Vorstandsvorsitzender des Baukonzerns wird er am 13. September aufnehmen. Hesoun wechselt, wie berichtet, per Anfang September zu Siemens Österreich und nimmt dort die Position von Brigitte Ederer ein.

Strauss kommt aus der Immobilienentwicklung und war selbstständig tätig. Bis 2000 war Strauss in unterschiedlichen Funktionen für die Raiffeisen Zentralbank - etwa auch im Bau- und Immobilienbereich - tätig. Der neue Baukonzernchef hält seit 2009 zwei Prozent der Porr-Anteile und wird diese in den nächsten Monaten auf etwa 5 Prozent und langfristig auf maximal 10 Prozent erhöhen.

Er bringe operative Unternehmensteile seiner Strauss & Partner Immobilien GmbH ein, hieß es aus dem Unternehmen. Die Porr ist damit eigentümergeführt. "Mein Ziel ist die Stärkung der Porr", erklärte Strauss. Im Baugeschäft zähle Flexibilität, Schnelligkeit und Qualität.

Mehrheitseigentümer der Porr ist das Syndikat bestehend aus der Bank-Austria-nahen B&C-Gruppe und der Tiroler Ortner-Gruppe. "Mit Karl-Heinz Strauss haben wir einen Kandidaten gefunden, der Branchenexpertise und Unternehmertum vereint. Er steht vor der anspruchsvollen Aufgabe, das Geschäft der Porr weiterzuentwickeln und auszubauen", sagte Aufsichtsratschef Friedrich Kadrnoska nach dem wochenlangen Ringen zwischen den Kernaktionären um die Neubesetzung.

"Für uns ist die langfristige Förderung der Porr als leistungsstarkes, österreichisches Bauindustrieunternehmen absolut zentral. Die Kooperation mit der Ortner Gruppe verfolgt genau diese Zielsetzung", bekräftigte der Geschäftsführer der B&C-Industrieholding, Michael Junghans.

Die B&C-Gruppe hält 38,7 Prozent der Anteile am stimmberechtigten Kapital der Porr (unter Einrechnung der Vorzüge hält sie laut Junghans 35,43 Prozent, unter Einrechnung der Kapitalanteilsscheine 34,72 Prozent). Die Ortner-Gruppe ist zu 29,76 Prozent an den Stimmrechten beteiligt.

Des weiteren verfügt die türkische Renaissance Group derzeit über 10,22 Prozent an Porr, hat sich aber auch bereits die 9,18 Prozent der Wiener Stadtwerke gesichert. Im echten Streubesitz befinden sich 4,23 Prozent der Anteile, "andere Aktionäre mit bedeutender Beteiligung" halten weitere 7,9 Prozent.