Künftige AUA-Mutter

Lufthansa sieht kein Ende der Krise

Die künftige AUA-Mutter Lufthansa rechnet trotz schwarzer Zahlen im zweiten Quartal nicht mit einem baldigen Ende der Branchenkrise. "Das Marktumfeld im Passagierverkehr stellt sich weiterhin schwierig dar und es gibt noch keine Anzeichen einer Erholung", heißt es in dem am Donnerstag veröffentlichten Geschäftsbericht zum ersten Halbjahr.

Die Nachfrageschwäche halte an, und zudem gingen die Durchschnittserlöse je Passagier erheblich zurück. Für das Gesamtjahr 2009 erwartet der Vorstand einen deutlichen Umsatzrückgang und in der Frachtsparte einen operativen Verlust. Mit Sparprogrammen soll aber auf Konzernebene nach wie vor ein operativer Gewinn erreicht werden.

Die Lufthansa ist im Halbjahr unter dem Strich tief in die roten Zahlen gerutscht und hat einen Verlust von 216 Mio. Euro verbucht. Im Vorjahreszeitraum gab es einen Überschuss von 381 Mio. Euro.

Auch die Umsätze der deutschen Fluglinie sind im ersten Halbjahr eingebrochen. Wie das Unternehmen mitteilte, sanken die Erlöse um 15,7 Prozent auf 10,2 Mrd. Euro. Operativ erwirtschaftete die größte deutsche Fluggesellschaft aber noch einen kleinen Gewinn von 8 Mio. Euro (Vorjahr 677 Mio. Euro).

Informierten Kreisen zufolge bietet die Lufthansa im Zuge der geplanten Übernahme der AUA die kostenlose Abgabe von 19 Start- und Landerechten an. Der deutsche Konzern habe diesen Vorschlag der EU-Kommission vorgelegt, verlautete am Mittwochabend in Brüssel. Es handelt sich demnach um Verbindungen von Wien mit München, Frankfurt am Main, Köln, Stuttgart und Brüssel.

Aus Sicht der Lufthansa sind die Verhandlungen mit der EU-Kommission abgeschlossen. Es gebe derzeit keine Verhandlungen mehr und auch keine Forderungen der Brüsseler Behörde, sagte Lufthansa-Finanzvorstand Stephan Gemkow. Er geht davon aus, dass das Closing für den Deal zehn Werktage nach Ende der aufschiebenden Bedingungen, das wäre am 14. September, über die Bühne gehen kann.