Einigung erst nach zähen Verhandlungen

Höhere Löhne für Gesundheits- und Pflegebedienstete

Die Mindestlöhne der gut 80.000 Beschäftigten in den Gesundheits- und Sozialberufen steigen mit 1. Februar um 1,5 Prozent, mindestens aber um 24 Euro. Die Ist-Löhne und Gehälter werden um 1,25 Prozent erhöht.

Auf einen entsprechenden Kollektivvertrag haben sich die Gewerkschaft der Privatangestellten, Druck, Journalismus, Papier (GPA-djp) und die Gewerkschaft vida mit der Berufsvereinigung der Arbeitgeber für Gesundheits- und Sozialberufe (BAGS) am 22. Jänner nach zähen Verhandlungen samt Arbeitskampf geeinigt.

Dem Abschluss waren österreichweite Aktionen der Beschäftigten vorausgegangen. Vor einer Woche hatten in ganz Österreich nach Gewerkschaftsangaben etwa 7.500 Beschäftigte und Betriebsräte demonstriert, allein in Wien waren laut Polizeiangaben rund 2.400 Menschen auf die Straße gegangen.

Signal für steigende Anerkennung

Für die niedrigen Lohn- und Gehaltsgruppen bedeutet die Mindesterhöhung um 24 Euro nach Gewerkschafts-Berechnungen eine Erhöhung um bis zu 1,86 Prozent. Die beiden Gewerkschafts-Verhandler Reinhard Bödenauer und Michaela Guglberger sehen in dem Abschluss deshalb auch "ein wichtiges Signal für eine steigende Anerkennung der Arbeit, die in diesem Bereich tagtäglich geleistet wird". Ohne die Unterstützung tausender Beschäftigter und Betriebsräte wäre der Abschluss nicht möglich gewesen, verwiesen sie auf die Demonstrationen.

BAGS-Verhandlungsführer Wolfgang Huber sprach in einer Aussendung von einem "tragbaren Abschluss". Beide Verhandlungsparteien seien an ihre Grenzen gegangen. Der stellvertretende BAGS-Vorsitzende Erich Fenninger gestand ein, dass dem Abschluss ein "mühsamer Weg" vorangegangen sei. Es habe sich aber gelohnt, der Kompromiss berücksichtige die finanzielle Situation der Länder und Gemeinden und die Mitarbeiter der Trägerorgansationen erhielten dadurch ein gerechtes Entgelt für ihre qualitätsvolle Arbeit.