Lonza und JLL wollen kanadischen Arzneihersteller

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Der Schweizer Pharmazulieferer Lonza will den kanadischen Arzneimittelhersteller Patheon übernehmen und damit den US-Finanzinvestor JLL Partners ausbooten. Mit seinem am 21. August vorgestellten Offert bewertet das Basler Unternehmen Patheon mit rund 700 Mio. Dollar (491 Mio. Euro).

Lonza will 3,55 Dollar je Patheon-Aktie zahlen und liegt damit um gut drei Viertel über dem im Dezember eingereichten JLL-Gebot und rund 50 Prozent über dem aktuellen Aktienkurs. Die Schweizer sind aber vom Entgegenkommen des Bieterrivalen abhängig, der bereits rund 57 Prozent an Patheon hält.

Das Patheon-Management, das das JLL-Offert von zwei Dollar wiederholt als zu tief zurückgewiesen hat, unterstützt Lonza. "Es ist im größten Interesse aller Patheon-Aktionäre, das Lonza-Angebot weiterzuverfolgen", sagte Patheon-Verwaltungsratsmitglied Paul Currie.

Kaum Überlappungen mit Lonza

Laut Lonza-Chef Stefan Borgas könnte das Unternehmen mit der im kanadischen Ontario beheimateten Patheon einen Großteil der Wertschöpfungskette im Pharmazuliefererbereich selbst abdecken. Überlappung mit den bisherigen Aktivitäten von Lonza gebe es dagegen praktisch keine. Gespräche zwischen Lonza und JLL gab es bisher nicht, die Schweizer wollen aber bald an den Finanzinvestor herantreten. Patheon will bis Ende September exklusiv mit Lonza verhandeln. Die Schweizer streben eine Beteiligung von mehr als 67 Prozent an.

Lonza steht Borgas zufolge außerdem mit zwei bis drei anderen Firmen mit ähnlich gelagerten Geschäftsaktivitäten wie Patheon in Kontakt. Der Konzern kann nach früheren Angaben gut eine Milliarde Franken (gut 659 Mio. Euro) für Übernahmen aufbringen. Die Lonza-Aktien gaben 5,7 Prozent auf 103,40 Franken nach, während der europäische Gesundheitssektor leicht im Plus lag. Händler sagten, der Übernahmepreis bewege sich am oberen Ende. Sie verwiesen darauf, dass Patheon vier Jahre lang keinen Gewinn mehr erzielt habe. Vontobel-Analystin Carla Bänziger bezeichnete die Kaufpläne als strategisch sinnvoll, er werde anfangs aber zu einer Gewinnverwässerung führen.

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