Schlafstörungen mit weitreichenden Folgen

Schlafapnoe und Niereninsuffizienz hängen zusammen

In Graz hat eine Studie an mehr als 150 Patienten einen Zusammenhang zwischen Schlafapnoe und Niereninsuffizienz festgestellt.

Kommt es durch gestörtes Zusammenspiel der Atmungsmuskulatur oder mechanische Behinderungen des Luftstroms zu mehrmaligen Atempausen (Apnoen), die mindestens zehn Sekunden dauern, so sind im Laufe der Zeit Nebenerscheinungen durch die Unterversorgung des Körpers mit Sauerstoff quasi vorprogrammiert. Häufige Folgen sind: Herzrhythmusstörungen, Herzschwäche bis hin zum Herzinfarkt oder Schlaganfall im Schlaf sowie erhöhte Unfallhäufigkeit am Arbeitsplatz oder im Straßenverkehr durch verminderte Schlafqualität.

Bei Dialysepatienten ist das Vorkommen des Schlafapnoe-Syndroms sehr häufig, manche Studien berichten von 50 Prozent, erklärte Georg Fleischmann, Internist am Krankenhaus der Barmherzigen Brüder. Er hat Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion (Niereninsuffizienz) auf das Auftreten von Schlafapnoe hin untersucht.

Bei diesen Patienten wurde aufgrund eines klinischen Apnoe-Verdachtes eine Aufzeichnung im Schlaflabor von Atmung- und EEG-Parametern durchgeführt und zusätzlich die Nierenfunktion (eGFR) gemessen. "Die Untersuchungen ergaben eine signifikante Korrelation zwischen dem Auftreten von zentralen Atemstörungen und einer eingeschränkten Nierenfunktion", so Fleischmann.

Laut Fleischmann könnten erhöhte Blutspiegel von Urämietoxinen eine Rolle spielen. Umgekehrt ist auch denkbar, dass das Schlafapnoe-Syndrom das Fortschreiten einer Niereninsuffizienz begünstigt, schildert der Mediziner. "Die Sauerstoffversorgung der Nieren und insbesondere des Nierenmarkes ist bei Apnoe-Patienten möglicherweise starken Schwankungen ausgesetzt; rezidivierende hypoxische Phasen könnten die Entwicklung einer tubulo-interstitiellen Fibrose begünstigen und so zur Progression von Nierenkrankheiten beitragen", meint Fleischmann.

Sollte die Niereninsuffizienz einerseits ein Auslöser für das Auftreten von zentralen Apnoen sein und andererseits Apnoen die Entwicklung einer interstitiellen Fibrose fördern, könnte so ein Teufelskreis enstehen. Fazit dieser neuen Studie für die ärztliche Praxis laut Fleischmann: "Bei Schlafapnoe an Niereninsuffizienz denken und Nierenfunktionsparameter bestimmen."