Schlecker-Insolvenzplan wackelt

Zittern um Drogeriekette

Schlecker-Insolvenzplan wackelt

Insolvenzantrag beim Amtsgericht Ulm eingereicht.

Die deutsche Drogeriekette Schlecker hat Montagfrüh Planinsolvenz beim Amtsgericht Ulm beantragt. "Bei uns ist ein unterzeichnetes Fax eingegangen, im Laufe des Vormittags wird der Antrag im Original eingehen", sagte ein Sprecher des Gerichtes. Danach werde sich der zuständige Insolvenzrichter mit dem Antrag auseinandersetzen. Schlecker hatte am Freitag angekündigt, wegen finanzieller Engpässe in die Planinsolvenz zu gehen und sich selbst sanieren zu wollen.

Europaweit bangen rund 47.000 Beschäftigte um ihre Jobs. Schlecker beschäftigt in Österreich rund 3.000 Mitarbeiter in 970 Filialen.

Vorbehalte gegen die Planinsolvenz
Einer der wichtigsten Gläubiger der insolventen Drogeriemarktkette Schlecker hat indes laut einem Pressebericht Vorbehalte gegen eine sogenannte Planinsolvenz in Eigenverwaltung. Wie die "Financial Times Deutschland" am Montag berichtete, signalisierte der Einkaufsverbund Markant dem zuständigen Amtsgericht Ulm bereits seine Bedenken.

Bei einem Planverfahren in Eigenverwaltung könnten Gesellschafter und Management weiter über das Unternehmen bestimmen. Die Gläubiger müssten freiwillig auf einen Teil ihrer Forderungen verzichten. Schlecker beschäftigt in Österreich rund 3.000 Mitarbeiter in 970 Filialen.

Zwei führende deutsche Insolvenzverwalter äußerten sich laut "FTD" skeptisch. "Die Gläubiger werden nur zum Verzicht bereit sein, wenn auch die Eignerfamilie einen erheblichen Beitrag leistet", sagte einer der beiden Juristen, die anonym bleiben wollten. Die Eignerfamilie Schlecker könnte somit die Kontrolle über das Unternehmen verlieren - im Extremfall könnte es zerschlagen werden. Am Montag oder Dienstag will Schlecker nach eigenen Angaben beim Amtsgericht Ulm seinen Insolvenzantrag einreichen.

Die Drogeriemarktkette hatte am Freitag angekündigt, Insolvenz zu beantragen, um damit unter Gläubigerschutz den laufenden Unternehmensumbau fortzusetzen. Der Geschäftsbetrieb soll unverändert weiterlaufen, die Zahlung der Gehälter für die Angestellten sei über das Insolvenzausfall-Geld gesichert. Schlecker macht seit mindestens drei Jahren Verluste. Mitte 2011 verfügte die Kette nach eigenen Angaben noch über rund 7.500 Drogeriemärkte in Deutschland. In ganz Europa gab es demnach etwa 11.000 Filialen. Die Zahl der Mitarbeiter gab Schlecker europaweit mit rund 47.000 an, davon etwa 35.000 in Deutschland.