Jahresabschluss 2009 wird präsentiert

Telekom-Betriebsrat verlangt Arbeitsplatzgarantie

Im Vorfeld der Aufsichtsratssitzung der Telekom Austria hat die Personalvertretung klargestellt: Ein Ja zur geplanten Fusion von Festnetzsparte und Mobilfunk (Mobilkom Austria) gibt es von den Betriebsräten nur, wenn eine schriftliche Arbeitsplatzgarantie für alle Mitarbeiter über das Jahr 2010 hinaus vorliegt. Verhindern können die Arbeitnehmervertreter einen Beschluss aber nicht.

Sie stellen vier der zwölf Aufsichtsräte. Der Betriebsrat verweist in seiner Argumentation auf die Schweiz. "Die Swisscom hat ihre Bereiche 2008 zusammengeführt, dadurch neue integrierte Produkte entwickelt und den Umsatz um 10 Prozent erhöht. Die Zahl der Festnetz-Anschlüsse ist in der Schweiz seither weitgehend konstant geblieben, die Zahl der Breitband-Anschlüsse um mehr als ein Fünftel gestiegen. Aber das Wichtigste: Die Arbeitsplätze ihrer 16.000 Schweizer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hat die Swisscom durch diese Maßnahmen abgesichert", hieß es aus der Personalvertretung vor der Aufsichtsratssitzung zur APA.

Unter dem Dach der börsenotierten teilstaatlichen Telekom Austria Group werken zwei Teilgesellschaften, die zwar beide Telefondienste anbieten, sonst aber historisch gewachsen sehr unterschiedlich sind. Am signifikantesten ist dies am Personalaufwand ersichtlich. Er betrug 2008 im Festnetzsektor 1,186 Mrd. Euro, während er im Mobilfunk gerade mal 267 Mio. Euro betrug. Und das bei nahezu gleicher Beschäftigtenzahl (Festnetz: 8.571, Mobilkom: 8.363).

Wobei die Mobilkom stark in Osteuropa vertreten ist, wo deutlich niedrigere Löhne gezahlt werden. Gleichzeitig ist der Anteil an unkündbaren Beamten im Festnetz besonders hoch. Insgesamt sind gut ein Drittel der Mitarbeiter des Telekomkonzerns (Festnetz wie Mobilfunk) beamtet. Der hohe Beamtenstand kommt noch aus Monopolzeiten, mittlerweile hält der Staat nur noch 27 Prozent und das Unternehmen notiert an der Wiener Börse.