Neue Rekordjagd

Welche Chancen Gold jetzt bietet

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Goldbarren aufgestappelt.
© pixabay/gold-ingots-schatz-goldbarren-513062
Nach der Rekord-Rallye 2020 könnte der Goldpreis Experten zufolge heuer neue Höchstmarken knacken.
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Für Gold war das Pandemie-Jahr 2020 ein fulminantes. Denn das Edelmetall glänzt traditionell in Krisenzeiten besonders. Angesichts zahlreicher Unwägbarkeiten setzen die Anleger weltweit auf den sprichwörtlichen Ruf des Goldes als sicherer Investment-Hafen. Der Preis eilte, gepusht von der Rekord-Nachfrage, von einem Allzeithoch zum nächsten, erreichte Anfang August mit 2.075 Dollar je Feinunze (31,1 Gramm) den bisherigen Höchststand. In Dollar legte der Goldpreis im Vorjahr um 24,6 Prozent zu, in Euro um 14,3 Prozent.

Zu Beginn des Jahres 2021 ging das gelbe Edelmetall zunächst wieder auf Kursrallye, fiel dann zurück, auch weil die Zinsen gestiegen sind. Seit Ende April herrscht bei Gold aber wieder Aufwärtstrend, obwohl sich die Wirtschaft zusehends von der Krise erholt. Mit einem Kurs von knapp 1.800 Dollar (siehe Grafik) ist es zwar noch ein Stück bis in die lichten Höhen des Vorjahrs -jedoch zeigt die Tendenz nach oben.

Experte sieht dieses Jahr weiter sehr gutes Potenzial für Gold

Inflationsschutz. Was den Goldkurs derzeit pusht, ist insbesondere die steigende Inf lation. In den USA kletterte die Teuerung im Mai auf fünf Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. In Österreich sind wir aktuell bei 2,8 Prozent. Als Folge des Konjunktur-Aufschwungs gehen die Preise für Rohstoffe hinauf, auch Konsumgüter werden teurer. Weil Gold seit jeher als klassischer Inf lationsschutz gilt, ist es bei Anlegern (auch institutionellen) in dieser Situation wieder besonders begehrt.

Nachfrage-Boom. Die Nachfrage nach Gold habe gegenüber dem Vorjahr noch einmal zugelegt, sagt Rudolf Brenner, Gründer und Chef des Edelmetallhändlers philoro (siehe Interview Seite 26). Auch weil trotz der gestiegenen Zinsen die Realverzinsung negativ bleibt, Geld am Sparbuch also nichts bringt und der Wert noch dazu von der Inflation aufgefressen wird. Brenner sieht nach wie vor glänzende Zeiten für Gold: "Der Cocktail aus negativen Realzinsen, steigender Inflation und erhöhter Geldmenge am Markt ist ideal für Gold."

Laut einer Studie des World Gold Council stieg der Goldpreis, wenn die Inflation um mehr als drei Prozent hinaufging, im Schnitt um fast 15 Prozent. Auch die Verfasser des aktuellen "In Gold We Trust"-Reports, Ronald Peter Stöferle und Mark Valek vom liechtensteinischen Vermögensverwalter Incrementum, sehen den Goldpreis weiter steigen. Sie gehen davon aus, dass die Realzinsen noch für Jahre negativ bleiben werden, da den Notenbanken wegen der durch die Krise explodierten Staatsschulden nichts übrig bleibe, als die Zinsen im Keller zu lassen.

Privatanleger in Österreich horten 561 Tonnen Gold

Neue Rekorde. All das sei "gut für Gold", so Stöferle. Die Wahrscheinlichkeit, dass der Goldpreis heuer zu Jahresende einen neuen Rekord -2.100 Dollar oder höher -erreicht, beziffern Stöferle und Valek mit 45 Prozent. Längerfristig, bis zum Ende dieser Dekade, sehen die Experten den Preis bei 4.800 Dollar. "Im inflationären Fall sind sogar 8.900 Dollar möglich", meinen sie.

Gold-Fans. Die Österreicher sind im Übrigen echte Gold-Fans. Einer Umfrage des Instituts Karmasin Research & Identity vom Herbst 2020 zufolge horten heimische Privatanleger 561 Tonnen Gold (Anlagemünzen und Barren) - das ist rund doppelt so viel wie die von der Nationalbank gehaltenen österreichischen Goldreserven von 280 Tonnen, und auch höher als die Goldreserven der Europäischen Zentralbank (505 Tonnen).

Das ergibt im Schnitt einen Goldbesitz von 468 Gramm pro Kopf in Österreich. In der Umfrage wurde Gold von allen Befragten als sicherste (51 %), wertbeständigste (54 %) und krisenresistenteste (35 %) Anlageform eingestuft. Fast jeder Zweite (44 %) würde in Gold investieren, wenn er einen größeren Geldbetrag zur Verfügung hätte.

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