Verhandlungen für rund 170.000 Metaller

Metaller-Gewerkschaften planen Überstundenboykott

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Im Streit um einen neuen Metaller-KV kündigen die Gewerkschaften nun eine Boykott der Überstunden an. Bei den Betriebsrätekonferenzen am Mittwoch (28. Oktober), die in ganz Österreich stattgefunden haben, haben sich die Teilnehmer geeinigt, in der Zeit vom 2. bis 12. November in allen Betrieben Betriebsversammlungen abzuhalten. Unmittelbar danach werde "als gewerkschaftliche Kampfmaßnahme die Leistung von Überstunden eingestellt", heißt es in der verabschiedeten Resolution. Bei Gleitzeit werde nur mehr die Kernarbeitszeit erbracht.

Die Gewerkschaft werden weiters in allen Betrieben noch genauer auf die strikte Einhaltung der gesetzlichen und kollektivvertraglichen Arbeitszeitbestimmungen achten. Alle Arbeitszeitmodelle, die über bestehende Grenzen hinausreichen, werden beendet, heißt es in der Resolution. Sollten sich die Sozialpartner in der 4. Verhandlungsrunde am 13. November nicht einigen können, werden die Versammlungen in den Unternehmen fortgesetzt und entsprechende Beschlüsse für weitere Schritte getroffen.

Die Betriebsräte der Metallindustrie erklärten sich laut Resolution bereit, "an intelligente, kreativen und innovativen Modellen der Arbeitszeitgestaltung mitzuwirken, wenn ein fairer Vorteilsausgleich erfolgt". Flexibilisierung, die ausschließlich der Einkommenskürzung bei den Beschäftigten und der Gewinnsteigerung der Arbeitgeber diene, werde abgelehnt. Die Beschäftigten hätten durch Kurzarbeit, Jobverlust, Aussetzungsverträge, und Ähnliches bereits unter der Krise stark gelitten. Es sei nicht einzusehen, dass die Arbeitnehmer ein weiteres Mal zur Kasse gebeten werden.

Erste Demonstrationen

Bereits Mittwochvormittag hat es erste Demonstrationen vor dem Gebäude der Wirtschaftskammer (WKÖ) in Wien gegeben. In der Region Wien herrsche relativ großer Unmut über die Wünsche der Arbeitgeber, die Arbeitszeiten weiter zu flexibilisieren, so Karl Proyer von der GPA-djp, der gemeinsam mit Metaller-Chef Rainer Wimmer bei den laufenden KV-Verhandlungen die Arbeitnehmer vertritt.

Arbeitgeber-Verhandler Hermann Haslauer bezeichnete das Gesprächsklima als "so schlecht wie noch nie". Für ihn sind die Betriebsversammlungen jedenfalls "das falsche Signal". Betriebsversammlungen seien zwar ein legitimes Recht der Arbeitnehmer. In der Krise sollte aber jeder froh sein, wenn er einen Job hat und daher die Arbeit nicht stören.

Unterstützung bekommen die Metaller auch von den Studenten: Die Metallergewerkschaft (GMTN) und die Studentengewerkschaft in der GPA-djp solidarisieren sich mit den Studierenden-Protesten. Und auch die Studenten solidarisieren sich mit den Metallern für ihre KV-Verhandlungen, heißt es auf der GPA-djp-Homepage.

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