Schlechte Aussicht für Konjunktur und Arbeitsmarkt

Wifo/IHS-Prognose für 2009 bleibt düster

Österreichs Wirtschaft wird heuer infolge der massivsten Rezession der Welt in der Nachkriegszeit kräftig schrumpfen, doch erwarten die Konjunkturexperten für 2010 wieder ein leichtes Wachstum. Für 2009 gehen Wifo und IHS von einem BIP-Rückgang um 3,4 bzw. 4,3 Prozent aus, für 2010 wird ein kleines Plus von 0,5 bzw. 0,3 Prozent prognostiziert. 2008 war die Wirtschaft noch um 1,8 Prozent gewachsen.

Das gesamtstaatliche Defizit (laut Maastricht) dürfte laut Wifo und IHS - nach nur 0,4 Prozent des BIP im Vorjahr - wegen der Konjunkturstützungsmaßnahmen heuer auf fast 4,5 Prozent klettern und 2010 sogar auf rund 5,5 Prozent. Die Zahl vorgemerkter Arbeitsloser in Österreich dürfte 2009 und 2010 zusammen um rund 100.000 auf knapp 310.000 ansteigen. Die Arbeitslosenquote nach nationaler Definition werde dementsprechend heuer auf von 5,8 auf 7,5 Prozent ansteigen und nächstes Jahr auf zumindest 8,5 Prozent, fürchten die Experten.

Das Wifo erwartet für heuer global einen BIP-Rückgang von 1,5 Prozent, die Euro-Zone dürfte um 4,2 Prozent und die EU-27 um 4,0 Prozent schrumpfen. Die Warenexporte Österreichs dürften heuer um 14 bis 15 Prozent sinken, nehmen IHS und Wifo, die Warenimporte sinken heuer um 9,5 bis 11 Prozent.

Unterdessen verlangen die Wifo-Chef Felderer und IHS-Chef Aiginger, das stark steigende Budgetdefizit und die weiter kletternden Staatsschulden nach der Krise wieder zu senken. Der Schuldenberg, 2008 noch 62,5 Prozent, dürfte bis 2011 auf 80 Prozent wachsen.

Die Regierung zeigte sich mit ihren bisherigen Anstrengungen die Krise zu meistern zufrieden. Für das Arbeitsmarktpaket II, das in den nächsten Tagen im Parlament beschlossen werde, "nehmen wir in den nächsten Jahren zusätzlich 400 Mio. Euro in die Hand", erklärte Sozialminister Hundstorfer. Auch nach Ansicht von Finanzminister Pröll hat die Regierung mit den Konjunkturpaketen und der Steuerreform "klare Schritte im Kampf gegen die Krise gesetzt". Kritik an den Maßnahmen der Regierung kommt von der Opposition.