Neuinfektionen steigen stark
1.000 Fälle: Angst vor vierter Corona-Welle
Wien. Ausgerechnet am Freitag, dem 13. wird diese negative Schallmauer durchbrochen: Es haben sich an einem Tag wieder mehr als 1.000 Menschen mit Corona infiziert. Genau waren es 1.005.
Zahlen explodieren
Die Zahlen explodieren mitten im Sommer. Das letzte Mal wurde ein vierstelliger Wert vor drei Monaten registriert (am 11. Mai mit 1.194 neuen Fällen).
"Beginn der vierten Welle"
Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein (Grüne) im oe24.TV-Interview: „Es zeigt, dass wir am Beginn der vierten Welle stehen.“ Sein Ministervorgänger Rudolf Anschober schlägt per Twitter Alarm: „Im vergangenen Jahr erreichten wir die 1.000 Infektionen erst Anfang Oktober.“
Im Vorjahr weniger als ein Viertel der Infektionen
Vergleich. Der Vergleich mit dem Jahr 2020 zeigt, wie ernst die Lage ist: Die vierte Welle startet viel früher als die so schlimme zweite Covid-Welle im Vorjahr.
Ansteckungen. Im Vorjahr hatten wir am 13. August weniger als ein Viertel der aktuellen Infektionszahlen. Es waren 251.
Inzidenz. Die Sieben-Tage-Inzidenz zeigte vor einem Jahr, dass sich 10 Menschen pro 100.000 Bewohnern innerhalb einer Woche anstecken. Derzeit sind es 51, also mehr als fünf Mal so viel.
Krankenhausauslastung
Krankenhäuser. Insgesamt sind 194 Krankenhausbetten jetzt mit Corona-Patienten belegt (2020 waren es 117). Davon liegen in kritischem Zustand gerade 51 auf der Intensivstation (damals waren es 25).
Die Sorge steigt: In drei Wochen beginnt die Schule, bis dahin sind alle aus den Ferien zurück. Die Ansteckungszahlen werden massiv steigen (siehe Story ganz rechts). Gesundheitsminister Mückstein: „Wir wissen, dass die Viruslast der Delta-Variante 1.000 Mal höher ist, als der Wildtyp. Ich zitiere den Experten Christian Drosten: ‚Entweder ist man geimpft, oder man wird es irgendwann bekommen.‘“
Chef der Gesundheit Österreich, Herwig Ostermann, spricht im Interview über den plötzlichen Anstieg der Neuinfektionen:
ÖSTERREICH: Aktuell haben wir 1.000 Corona-Neuinfektionen täglich. Warum?
Herwig Ostermann: Die Pandemie findet größtenteils in der ungeimpften Bevölkerung statt, bei den Jungen. Für Geimpfte gibt es einen doppelten Bonus: Sie stecken sich viel seltener an – und falls doch, haben sie fast nie einen schweren Krankheitsverlauf. Die Impfung dämpft die Pandemie enorm.
ÖSTERREICH: Ab wann sind die Neuinfektionen gefährlich für die Spitäler?
Ostermann: Etwa ab 10.000 Neuinfektionen täglich, wenn sich weiterhin vor allem Junge anstecken. Würden sich auch mehr Ältere infizieren, wäre schon 3.500 ein kritischer Wert. Das über mehrere Wochen brächte unser Gesundheitssystem an seine Grenzen, Behandlungen müssten verschoben werden, und das Virus nähme wieder fast alle Kapazitäten in Anspruch.
ÖSTERREICH: Wo stehen wir heute im Vergleich zu vor einem Jahr?
Ostermann: Wir haben es jetzt mit neuen Varianten zu tun. Die Delta-Variante ist doppelt so ansteckend wie der Virustyp vor einem Jahr. Das Virus breitet sich dynamisch aus, das sehen wir in allen Ländern Europas, niemand ist davor gefeit. Am wichtigsten ist jetzt die Impfung.
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