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Nach Asyl-Post-Skandal drohen 3 Jahre Haft

4 Corona-Kranke aus Wien pfiffen auf Quarantäne-Befehl

Neue Fakten zum Corona-Skandal in Postverteilzentren bei Wien: 4 Corona-Kranke nutzten die mangelnde Kontrolle der Heimquarantäne aus und arbeiteten weiter bei der Post. Ergebnis: 158 weitere Kranke.

"Wir wissen jetzt bereits ziemlich genau, wie die hohen Infektionszahlen in den Postverteilzentren bei Wien passieren konnten", sagte ein Insider einer Gesundheitsbehörde zu oe24. Faktum sei: Vier Personen, die in Wien bereits positiv auf Corona getestet waren, haben die Heimquarantäne-Bescheide einfach ignoriert - und fuhren als Leiharbeiter weiter zu ihren Arbeitsplätzen im Postverteilzentrum Hagenbrunn in Niederösterreich.

Das war auch nur deshalb möglich, weil das Gesundheitsressort der Stadt Wien noch immer auf Vor-Ort-Kontrollen beim Heimquarantäne-Patienten verzichtet: Die Gesundheitsbehörden schicken nur SMS an die Patienten (die diese ja irgendwo beantworten können, aber deshalb natürlich nicht zu Hause sein müssen).

40.000 Kontrollen, aber keine in Wien

Wie sehr sich diese Kontroll-Tätigkeit in Wien von anderen Bundesländern unterscheidet, zeigen neueste Zahlen: Insgesamt fanden in ganz Österreich bereits 40.000 Kontrollbesuche bei Heimquarantäne-Patienten statt, meistens durch die Exekutive. 26.000 dieser Kontrollen wurden allein aus Tirol gemeldet, 9000 etwa aus der Steiermark. In Wien wurde keine einzige Überprüfung der Heimquarantäne mit Hilfe der Polizei durchgeführt.

Das sorgt für Kritik von Behördenvertretern aus anderen Bundesländern: "Bei sozial schwachen Personengruppen oder bei jenen, die schlecht Deutsch sprechen, hätten wir doch eine besonders große Verantwortung, dass wir diesen Menschen helfen, auf sich aufzupassen. Und es muss einfach jede Gesundheitsbehörde dafür sorgen, dass bereits infizierte Mitbürger uns nicht alle anstecken."

Polizei ermittelt, 3 Jahre Haft möglich

Inzwischen hat das Landeskriminalamt Wien Ermittlungen aufgenommen und führt Ersterhebungen durch. Denn es könnte sich nicht nur um eine Verwaltungsübertretung handeln, wenn jemand eine verhängte Quarantäne missachtet. Im Strafgesetz wird eine vorsätzliche Gefährdung von Menschen durch übertragbare Krankheiten mit bis zu drei Jahren Haft bedroht. Das könnte in der Causa zur Anwendung kommen.

 

 

Polizeisprecher: sollen Anfangsverdacht überprüfen

Die Wiener Polizei ist beauftragt worden, einen Anfangsverdacht zu überprüfen, wonach mehrere Flüchtlinge die Quarantäne-Anordnung ignoriert haben und über die Leiharbeitsfirma trotz amtlichem Bescheid in den Verteilzentren der Post in Hagenbrunn (Bezirk Korneuburg) und Inzersdorf gearbeitet haben sollen. Das sagte Polizeisprecher Paul Eidenberger am Abend zur APA.
 
Das sei nach den Bestimmungen der Strafprozessordnung (StPO) noch kein Ermittlungsverfahren. Aber der Anfangsverdacht stehe im Raum. Medienberichten zufolge geht es dabei unter anderem um den Paragrafen 178 StGB - vorsätzliche Gefährdung von Menschen durch übertragbare Krankheiten.

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