Spitäler völlig überlastet

Ärztin: »Triage ist jeden Tag Realität«

Corona: Dritte Welle in Österreich am Höhepunkt
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Corona-Patienten verstopfen das medizinische System, andere müssen leiden.
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Wien. Die Ausmaße dieser Corona-Welle sind erschreckend. Am gestrigen Sonntag wurden mit 11.552 Fällen um 35 % mehr verzeichnet als vor genau einer Woche. Am schlimmsten zu verarbeiten ist dieser exponentielle Anstieg in unseren Spitälern. 2.327 Corona-Patienten müssen betreut werden. Auf den Intensivstationen – hier geht es um Leben und Tod – sind es derzeit 433. Das sind um 19 % mehr als noch vor einer Woche.

Laut Corona-Ampel-Kommission erreichen die Intensivstationen die kritische Auslastung am 24. November – also in in neun Tagen.

»Triage ist keine Horror-Vision – das ist Realität«

Die Realität in den Spitälern ist viel härter als die Zahlen es andeuten. Lisa-Maria Kellermayr, Medizinerin aus Vöcklabruck (OÖ), spricht aus, was viele nicht wagen: „Die Triage läuft. Das ist kein Zukunftsszenario, das ist keine Horror-Vision – das ist jeden Tag Realität.“

Was die Ärztin meint: Die Kapazitäten in den Spitälern sind derart ausgelastet, dass Ärzte aussortieren müssen, welchen Patienten sie helfen und welche vertröstet werden. Das System ist also bereits völlig überlastet.

Kellermayr erzählt im oe24.TV-Interview von Erfahrungen im Nachtdienst. Ein verzweifelter Vater einer Vierjährigen bittet um Hilfe: „So sehr es mir das Herz bricht, ich habe keine Kapazität zu kommen, weil ich schauen muss, dass ich viele andere, die akut bedroht sind, versorge – das ist Triage.“

Hoffnung besteht für die nächsten Wochen keine. Denn jetzt werden die Patienten betreut, die sich Anfang November ansteckten: „Das heißt jene, die sich in den letzen Tagen angesteckt haben, fallen erst in eineinhalb Wochen ins Gewicht. Die Situation wird sich ­massiv verschärfen. Es werden Patienten auf der Strecke bleiben.“

Leichen. Plakativ die Aussage von Karin Engl, Pflegeleiterin einer Corona-Intensivstation, im ORF angesichts der 204 Covid-Toten der letzten Woche: „Was wir nicht gelernt haben, ist, einen Leichensack zuzuzippen. Womöglich mehrmals am Tag.“

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