Coronavirus

Auch in Salzburg sollen positive Lehrer nicht unterrichten

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Nach Wien und dem Burgenland tendiert auch Salzburg dazu, positive Lehrer nicht unterrichten zu lassen.

Auch Salzburg dürfte auf den Einsatz von symptomfreien coronapositiven Lehrerinnen und Lehrern an den Pflichtschulen verzichten. Derzeit sei man zwar noch in Abstimmung mit anderen Bundesländern bzw. Landessanitäts- und Bildungsdirektion. "Aber wir werden eher von der Bundeslösung abweichen", so ein Sprecher von Landesrätin Daniela Gutschi (ÖVP) in den "Salzburger Nachrichten" (Donnerstag-Ausgabe). Bildungsminister Martin Polaschek (ÖVP) will nun mit ihr sprechen.

Laut den Vorgaben des Gesundheitsministeriums dürfen symptomlose Corona-Infizierte in die Arbeit gehen, wenn sie eine FFP2-Maske tragen. Anfang der Woche hatte Polaschek bekräftigt, dass dies auch für Lehrkräfte gelten soll. Auch am Rande einer Pressekonferenz am Donnerstag bekannte sich der Minister dazu: "Es war immer ein großer Wunsch, ein einheitliches Regelwerk für alle Bereiche des öffentlichen Lebens zu haben." Was für alle anderen Bereiche - ausgenommen den engeren Gesundheitssektor - gelte, solle daher selbstverständlich auch für den Schulbereich Gültigkeit haben. "Das war eine gesundheitspolitische Entscheidung, und die ist zur Kenntnis zu nehmen." Mit Gutschi werde er noch ein Gespräch führen.

Diese begründete ihre Entscheidung im Ö1-"Mittagsjournal" damit, dass man im Schulbereich besondere Vorsicht walten lassen wolle. Vor allem an den Volksschulen gebe es Sorgen von Eltern, da dort die Lehrkräfte den Kindern besonders nahe kommen.

Wien und Burgenland als Vorreiter

Wien und das Burgenland haben schon Ende Juli angekündigt, dass coronapositive Pädagoginnen und Pädagogen an den Pflichtschulen nicht in den Klassenzimmern stehen werden. Im Pflichtschulbereich sind die Länder (anders als an den AHS und BMHS) Dienstgeber und können daher entscheiden. Der Wiener Bildungslandesrat Christoph Wiederkehr (NEOS) bekannte sich im "Mittagsjournal" zwar zum Ende der Quarantäne, im Bildungsbereich müsse aber ein Schutz bestehen. "Eine Lehrperson mit 25 Kindern in einer Klasse, wenn sie womöglich ansteckend ist, halte ich persönlich für nicht verantwortbar." Auch für SPÖ-Bundesgeschäftsführer Christian Deutsch ist es "unverantwortlich und absurd", dass infizierte Lehrerinnen und Lehrer unterrichten dürfen. So könnten die Schülerinnen und Schüler Infektionen nachhause tragen und sich das Virus rasch verbreiten, so Deutsch in einer Aussendung.

Kärnten tendiert ebenfalls zu einem Unterrichtsverbot für infizierte Lehrkräfte, will aber zunächst noch die für Ende August angekündigten konkreten Schulregelungen des Bildungsministeriums abwarten. Auch andere Bundesländer wollen auf diese noch warten, hieß es bei einem APA-Rundruf in der Vorwoche. Tirol und Vorarlberg haben dagegen schon angekündigt, symptomfreie Corona-Positive mit Maske unterrichten zu lassen. 

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