Corona-Hotspots: Wo die Zahlen in Europa explodieren

Hier ist die Lage kritisch

Corona-Hotspots: Wo die Zahlen in Europa explodieren

Alarmstufe Rot: In diesen Ländern ist die Lage derzeit besonders dramatisch.

Die Sieben-Tage-Inzidenz - die Anzahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus in den vergangenen sieben Tagen pro 100.000 Einwohner, die bei der Beurteilung des epidemiologischen Geschehens eine zentrale Rolle spielt - ist in den vergangenen Tagen in Österreich deutlich gestiegen. Lag der Wert am Freitag noch bei 94,8, wies das Dashboard der Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) am Montag, 14.00 Uhr 109,9 aktuelle SARS-CoV-2-Fälle je 100.000 Einwohner aus. Bezogen auf die einzelnen Bundesländer, lag Salzburg mit einer Sieben-Tage-Inzidenz von 177,9 - am Freitag hielt man noch bei 139,8 - deutlich vorn. Auf den Plätzen folgten Vorarlberg mit 160,8 (am Freitag: 124,8), Tirol mit 158,9 (am Freitag: 139,8) und Wien mit 146,3 (am Freitag: 134,5).
 

Hier gibt es am meisten Neuinfektionen

Im internationalen Vergleich liegt Österreich damit aber noch relativ gut.  Absoluter Corona-Hotspot in Europa bleibt weiterhin Tschechien, das derzeit einen Wert von 531 aufweist. Dahinter folgen dann Belgien und die Niederlande und Montenegro. Die Situation in Spanien, das vor wenigen Wochen noch größtes Sorgenkind war, hat sich inzwischen einigermaßen stabilisiert. Entspannter als in Österreich ist die Situation etwa in Deutschland und in den skandinavischen Ländern.
 
Tschechien: 531,1 (Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in den letzten 7 Tagen)
Belgien: 519,9
Niederlande. 315,3
Montenegro: 278,0
Frankreich: 221,0
Slowenien: 215,5
Luxemburg: 189,4
Island: 176,4
UK: 176,0
Schweiz: 163,6
Spanien: 161,4
Portugal: 129,5
Kroatien: 124,4
Österreich: 109,9
Italien: 97,9
Ungarn: 89,1
Deutschland: 50,7
Schweden: 47,3
Griechenland: 28,8
Norwegen: 17,3
 

Mehr als 2000 Intensivpatienten in Frankreich

Nach dem massiven Anstieg der Corona-Fälle in Frankreich hat sich auch die Zahl der auf den Intensivstationen befindlichen Menschen stark erhöht. Auf 2090 Intensivbetten liegen derzeit Corona-Patienten - 1441 mehr als vor einer Woche, wie die Gesundheitsbehörden am Montag bekannt gaben. In den vergangenen 24 Stunden starben demnach 146 Menschen an den Folgen einer Corona-Erkrankung. Zuletzt wurden im Mai mehr als 2000 Menschen auf Intensivstationen behandelt.
 
Auf dem Höhepunkt der Pandemie im April lagen mehr als 7000 Patienten auf den Intensivstationen des Landes. Frankreich hat nach Angaben von Gesundheitsminister Olivier Véran insgesamt 5800 Intensivbetten. Besonders angespannt ist die Situation derzeit in Paris und Umgebung. Dort stieg die Auslastung der Intensivbetten auf 50 Prozent.
 
Frankreich ist mit mehr als 33.600 Corona-Toten eines der am stärksten von der Pandemie betroffenen Länder Europas.
 

Tschechien führt Maskenpflicht im Freien wieder ein

Im Kampf gegen massiv steigende Corona-Zahlen führt Tschechien wieder eine Maskenpflicht im Freien ein. Sie gelte von Mittwoch an innerhalb des bebauten Gebiets von Städten und Gemeinden, gab Gesundheitsminister Roman Prymula nach einer Kabinettssitzung am Montag bekannt.
 
Ausnahmen gelten unter anderem, wenn ein Abstand von mehr als zwei Metern eingehalten werden kann, sowie beim Sport. In Innenräumen ist die Mund-Nasen-Bedeckung ohnehin Pflicht - neuerdings auch im Auto, wenn familienfremde Personen mitfahren.
 
Eine Maskenpflicht im Freien galt bereits einmal von Mitte März bis Mitte Juni während der ersten Phase der Pandemie im Frühjahr. In Tschechien war die Zahl der Corona-Neuinfektionen zuletzt stark angestiegen. Nach den jüngsten Zahlen der EU-Agentur ECDC steckten sich binnen 14 Tagen 858,6 Menschen je 100.000 Einwohner mit dem Virus an – der höchste Wert unter allen EU-Mitgliedstaaten. Seit Beginn der Pandemie starben mehr als 1.500 Menschen in Verbindung mit einer Covid-19-Erkrankung. Tschechien hat knapp 10,7 Millionen Einwohner.
 
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