Immunitaet nach Corona-Infektion laesst rasch nach | Neue Schock-Studie

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Entlarvt: Die 10 gefährlichsten Corona-Mythen

Offenbar gibt's schon mehr Coronavirus-Experten als Infektionsfälle - zumindest sieht das auf Facebook & Twitter so aus. Das King's College London räumt jetzt mit den gefährlichsten Mythen auf.

"Die Pandemie ist gleich vorbei, das Virus mag nämlich keine Hitze", oder "Es trifft eh nur die Älteren" - immer wieder sind derartige "Expertisen" auf Facebook oder Twitter zu lesen, immer wieder auch in der Familie oder von Freunden zu hören. Viele verängstigte Menschen wollen diese angeblich "guten" News nur zu gern glauben, manche verwenden sie auch als Begründung, warum sie gegen die Coronavirus-Maßnahmen Widerstand leisten. Wissenschaftler vom King's College London haben deshalb beschlossen, mit den Unwahrheiten aufzuräumen - hier werden die zehn gefährlichsten Mythen entlarvt:

1) "Ich habe kein Fieber, keinen Husten, also auch nicht das Virus"

Diese Annahme ist insofern gefährlich, weil eine Corona-Infektion auch ganz andere Symptome verursachen kann, etwa Durchfall oder den Verlust des Geschmackssinns. Die Symptome, die am häufigsten auftreten: Fieber (bei 87,9 % der Patienten), trockener Husten (67,7 %), starke Müdigkeit (38,1 %), verstärkte Schleim-Entwicklung (33,4 %), Kurzatmigkeit (18,6 %), Muskelschmerzen (14,8 %), Hals- und Rachenentzündung (13,9 %), Schüttelfrost (11,4 %), Übelkeit (5 %), Durchfall (3,7 %), Blut im Speichel (0,9 %), Bindehautentzündung (0,8 %). Die Quelle dafür: WHO.

2) "Ich habe gar keine Symptome, daher auch nicht das Virus"

Die meisten Menschen, die mit dem Virus infiziert werden, zeigen erst fünf Tage nach der Infektion erste Symptome, manche erst nach zehn Tagen. Achtung: In diesen fünf bis zehn Tagen kann es jedoch zur stärksten Virusausscheidung kommen. Und: Kinder dürften zwar nicht so häufig erkranken, sie dürften aber eine wichtige Quelle für die Verbreitung der Viren sein, berichtet das King's College und erwähnt dazu zwei aktuelle Studien. 30 % der infizierten Patienten würden gar keine Symptome zeigen.

3) "Coronavirus ist doch wie eine Grippe"

Mit diesem Satz soll die Gefährlichkeit der Infektion heruntergespielt werden, warnen die Experten des King's College. Sie sagen, warum das sicher nicht so ist: Das Coronavirus ist weit tödlicher als eine Grippe, für alle Menschen, nicht nur für ältere. Die Zahl der nötigen Spitalsaufenthalte ist aufgrund des Coronavirus deutlich höher (19 % gegenüber 2%). Die Dauer des Spitalsaufenthalts ist im Schnitt um zehn Tage länger als bei starken Grippe-Erkrankungen. Die Ansteckungsgefahr ist bei Corona wesentlich höher, und wir haben noch keine Immunität gegen dieses neue Virus entwickelt. Gegen das Coronavirus gibt es auch noch kein Medikament und auch keine Impfung.

4) "Nur ein Corona-Kranker kann mich infizieren"

Das stimmt auch nicht - das Virus überlebt auf vielen Oberflächen mehrere Tage: Auf Plastik hält sich das Virus neun Tage, auf Stahl (etwa Besteck) fünf Tage, auf Papier bis zu fünf Tage, auf Glas ebenfalls bis zu fünf Tage, auf Keramik (Tassen) fünf Tage und auf Holz bis zu vier Tage. Und ein weiterer Hinweis vom King's College: Sprüht man mit einem Desinfektionsspray auf eine dieser mit Viren belasteten Oberflächen, dauert es 30 Sekunden, bis die Viren deaktiviert sind (Quelle: Journal of Hospital Infection).

5) "Ich bin jung und gesund - es gibt kein Risiko für mich"

Das stimmt nur insofern, dass das Risiko geringer sei, aber auch junge Menschen sind unter den Corona-Opfern: Laut einer US-Studie waren 20 % der Todesopfer im Alter von 20 bis 64 Jahren. In Österreich waren nur 33 der 600 Patienten, die bisher am Coronavirus verstorben sind, jünger als 64 Jahre.

6) "Eine Maske schützt mich vor einer Infektion"

Bei dieser Aussage warnen die Wissenschaftler des King's College sehr eindringlich: Die Schutzmaske hilft nur gegen eine Ausbreitung des Virus von infizierten Menschen, aber sie schützt kaum vor einer Infektion. Für die breite Masse sei der beste Schutz vor einer Infektion das Abstandhalten. Und ebenfalls gefährlich: Wenn sich Menschen, die eine Maske tragen ständig in das Gesicht greifen, um diese zu richten.

7) "Alle sollen sich infizieren, dann sind wir bald immun"

Diese Theorie von einer "Herdenimmunität" wird gerne vertreten, weil aktuell extrem viele Menschen an Jobverlust, Schulsperren und am Verlust sozialer Kontakte leiden. Doch diese Vorgangsweise würde für eine extrem hohe Zahl an Todesopfern sorgen - so errechnete das Imperial College London, dass allein in Großbritannien bei diesem Weg 250.000 Menschen sterben würden.

8) "Nur Infizierte sollen isoliert werden"

Das würde schon daran scheitern, dass wir alle nicht wissen, wer infiziert ist - und wer nicht. Aus Wuhan ist bekannt: Unerkannte Infektionen waren für 79 % der dokumentierten Fälle verantwortlich. Und solange keine sicheren Tests für die Gesamtbevölkerung zur Verfügung stehen, sei "Social Distancing" für uns alle der beste Weg, die Infektionsausbreitung gering zu halten.

9) "Wenn es warm wird, wird alles besser"

Diese Aussage trifft auf die Influenza zu, aber noch weiß niemand, ob dies auch für das Coronavirus gelten könnte. So schreibt das King's College: "Manche Seuchen sind absolut unabhängig von der Jahreszeit." Dass Corona durch "hohe Temperatur abgetötet" werden könnte, dürfte auch nicht der Fall sein: Auch in Miami wurden jetzt 12.775 Fälle und 369 Todesopfer bestätigt - bei einer Tagestemperatur von aktuell 29 Grad. Brasilien meldete 108.620 Fälle und 7367 Tote, die Temperatur in Rio: 28 Grad.

10) "In ein paar Wochen ist alles vorbei"

Bedauerlicherweise, so schreiben die Wissenschaftler des King's College, wird das nicht so sein: Das Virus ist bereits weltweit verbreitet. Die einzigen Möglichkeiten, die Ausbreitung des Virus so gering wie möglich zu halten, bis ein Impfstoff entwickelt worden ist, seien Social Distancing, großflächige Testungen und Isolation von bekannten Fällen. Die Maßnahmen könnten immer wieder gelockert werden, wenn die Fallzahlen sinken.

Und das King's College liefert dazu auch noch ein Worst-Case-Szenario für die kommenden 18 Monate: Dabei wird mit einem deutlichen Ansteigen der Infektionen wieder im kommenden August, Ende November, sowie im März und im Juli des nächsten Jahres kalkuliert. Zitat: "Für viele von uns wird die Corona-Krise die größte Gefahr in ihrem Leben sein."