In OÖ kann Triage noch verhindert werden

Noch genügend freie Betten

In OÖ kann Triage noch verhindert werden

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Kepler-Uniklinikum-GF Harnoncourt: Für Zukunft nicht auszuschließen.

In Oberösterreich ist die Lage in den Krankenhäusern sehr angespannt. "Zum jetzigen Zeitpunkt können wir Covid- und andere Patienten auf Normal- und Akutstationen versorgen", sagte Franz Harnoncourt, Geschäftsführer des Kepler-Universitätsklinikums (KUK) im APA-Gespräch. "Aber wir beobachten die Entwicklung in ganz Österreich mit großer Besorgnis." Harnoncourt sprach für das KUK und die Häuser der OÖ. Gesundheitsholding.

Triage in dem Sinn, dass zwischen zwei Patienten, die akut einer intensivmedizinischen Behandlung bedürfen, abgewogen werden müsse, gebe es nicht. Wenn die Entwicklung ungebremst so weitergehe, wäre es "inkorrekt, das für die Zukunft auszuschließen", meinte Harnoncourt. Es werde freilich mitbedacht, dass man in den letzten eineinhalb Jahren gelernt habe, dass Covid-Patienten mit bestimmten Parametern gute Heilungschancen hätten, jene mit anderen keine.

"Vierte Welle eine Dauerbelastung"

Die vierte Welle treffe auf in Dauerbelastung stehendes Personal, "das ist Personal, das seit mehr als eineinhalb Jahren, mit einer kurzen Unterbrechung im Sommer, unter Höchstbelastung steht, das leert die Batterien", betonte Harnoncourt. Er könne sich nicht erinnern, dass eine Erkrankung die Behandlung auf den Intensivstationen so dominiert hätte. Großen therapeutischen Durchbruch gebe es bisher keinen, bewährt hätten sich Behandlungen mit Antikörpern.

Die Situation sei angespannt. In den Salzkammergutkliniken würden gar keine planbaren, nicht lebensnotwendigen Eingriffe mehr stattfinden, im KUK noch in einigen Abteilungen. Normalstationen seien geschlossen, um genug Ressourcen für Covid- und Covid-Intensivpatienten zu haben. Von den 50 bis 55 für andere Patienten - etwa mit Schlaganfällen, Herzinfarkten oder Unfällen - reservierten Intensivbetten im KUK seien 35 belegt.

Für Harnoncourt ist Impfen entscheidend. "Wichtig ist der dritte Stich", hob der Mediziner hervor, der seine Wirkung schon nach drei Wochen entfalte. Die Immunisierung trage dazu bei, dass die Pandemie im nächsten Jahr eingrenzbar werde. Akut helfen Maske tragen, Abstand halten, Hygiene und Kontaktreduktion - zusätzlich zur Impfung, nicht stattdessen.

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