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Jeder zweite Österreicher hatte schon Corona

In Österreich wurden bereits 4,47 Millionen Coronafälle verzeichnet – damit war rein zahlentechnisch bereits jeder Zweite infiziert. 

4,47 Millionen Coronafälle wurden in Österreich mit 2. Juli verzeichnet – damit hatte rein zahlentechnisch jeder zweite Österreicher Corona (doppelt und dreifach Infizierte nicht berücksichtigt). Und die nächste Welle ist laut Experten bereits im Anmarsch – und das im Sommer. Nach den Infektionszahlen steigen mittlerweile auch jene der mit Covid-19 hospitalisierten Patienten. Beratungsgremium Gecko hält einen Spitalsbelag von 2.500 bis 4.000 Patienten auf dem Peak der Welle für möglich. Das würde die Krankenhäuser sehr wahrscheinlich mitten in der Ferien- und Urlaubszeit treffen. Die Spitäler bereiten sich schon auf die kommende Welle vor. 

Mit Sorge sieht der Wiener Gesundheitsverbund auf die Infektionszahlen und registriert bereits steigende Belagszahlen insbesondere, wie für die Omikron-Phase bis dato charakteristisch, im Bereich der Normalstationen. Am 1. Juli (Stand: 11.00 Uhr) wurden auf Intensivstationen 14 Personen mit Covid-19 und weitere 14 mit Post-Covid behandelt, auf den Normalstationen waren es 142 und weitere 15, die aufgrund von Covid-19 behandelt werden, aber nicht länger positiv sind.

Engmaschige Kontrollen – aber noch keine Urlaubssperren geplant

Auch beim Personal ist die derzeitige Infektionswelle mit Erkrankungsfällen spürbar, berichtete der Gesundheitsverbund. Zur Vermeidung und Reduktion von Infektionen in Klinik-Umfeld werden die internen Sicherheitsvorkehrungen laufend adaptiert, beispielsweise durch konsequentes Tragen der FFP2-Maske auf dem Klinik-Gelände, engmaschige PCR-Testungen oder Anpassungen der Regeln für Besuchende. "Wir planen unsere Covid-Kapazitäten auch weiterhin auf Basis unseres bewährten achtstufigen Covid-Versorgungsplans, der es uns erlaubt, die benötigten Ressourcen zur Verfügung zu stellen", hieß es weiter. Urlaubssperren oder Ähnliches sei nicht geplant, aber wie in der gesamten bisherigen Pandemie müssen die Situation entlang des Infektionsgeschehens laufend neu bewertet werden.

"Urlaubssperren oder Ähnliches" wird es auch in Niederösterreichs Spitälern im Sommer nicht geben. "Es ist wichtig, dass sich unser Personal auch wieder einmal erholen kann", ergänzte LHStv. Stephan Pernkopf (ÖVP). Zuletzt sei bereits ein moderater Anstieg bei den an Covid erkrankten Patienten (Gesamtzahl am Freitag: 201) verzeichnet worden. Hingewiesen wurde seitens der LGA darauf, dass der Großteil dieser Personen mit und nicht durch Corona in den Kliniken sei, also aufgrund von Unfällen oder anderen Erkrankungen ohnehin im Spital liegen würde. Dienstverhinderungen bei den Mitarbeitern würden sich aktuell in Grenzen halten.

Die Oö. Gesundheitsholding (OÖG) fühlt sich derzeit für die Versorgung von Corona-Patientinnen und -Patienten gewappnet, und bereitet sich auf die prognostizierten Szenarien vor. Allerdings sei "die Frage der Erkrankungen beim Personal" der Unsicherheitsfaktor. Gegebenenfalls seien daher "Leistungsanpassungen nicht auszuschließen". Es sei wichtig, den Mitarbeiterinnen und Mitarbeiterin ihren geplanten Urlaub zu ermöglichen, so eine Sprecherin der OÖG.