Lokal- Betreiber warnen: "Das wäre tödlich"

Gastronomie fordert verbindlichen Öffnungs-Termin

Lokal- Betreiber warnen: "Das wäre tödlich"

Die Branche ringt um die Öffnung. Ansonsten fordern Vertreter mehr Finanz-Hilfen.

Wien. Szene-Wirt Martin Ho (Dots, Prater Sauna u. a.) zeigt sich optimistisch: Für seine Lokale konnte man gestern online bereits für den 15. März einen Tisch reservieren.

Insgesamt aber wird die Lage für die mehr als 30.000 Gastronomie-Betriebe immer angespannter. Kein Wunder: Seit mehr als 120 Tagen sind alle Lokale geschlossen. Vor etwa einer Woche kamen von Bundeskanzler Sebastian Kurz Signale, dass eventuell noch vor Ostern wieder Schnitzel, Krügerl und Co. verkauft werden dürfen. Dem ist jetzt wohl nicht mehr so (Lockdown-Entscheidung der Regierung kam erst nach Redaktionsschluss).

Die Betreiber machten sich gestern Mittag noch Hoffnung, erwarteten Lockerungen Mitte März: „Wir wollen, dass ein konkreter Zeitpunkt genannt wird. Wieder ohne Datum zu vertagen wäre nicht annehmbar“, sagte Mario Pulker, Gastronomie-Obmann der Wirtschaftskammer.

"Noch 3 Wochen zusperren bricht uns das Genick"

Tödlich. Was für die Branche auf keinen Fall gehe, wäre, eine Lockerung in Aussicht zu stellen, diese dann aber kurzfristig abzusagen. Pulker: „Aufsperren und zusperren ist tödlich, da sind die Betriebe erst recht hin.“

Berndt Querfeld, Besitzer vieler Lokale (Café Landtmann, Museum u. a.) zu ÖSTERREICH: „Wenn in Vorarlberg zuerst gelockert wird, finde ich es für 14 Tage gut als Test.“ Dort solle dann das Reintesten, also der Lokal-Eintritt nur mit negativem Corona-Test, geprobt werden. „Die geschlossenen Lokale sollen aber währenddessen mehr finanzielle Hilfen bekommen.“ Eines sagt auch Querfeld ganz deutlich: „Noch drei Wochen zusperren, das bricht uns das Genick.“

Hilfen. Farangis Firoozan, Chefin der Soul Kitchen, musste ihren gesamten Besitz verkaufen, um durchzukommen. Staatshilfen seien nicht durchdacht, kritisiert sie: Sie bekomme nur einen Fixkostenzuschuss, wenn sie Miete bezahle – aber ohne Einnahmen könne sie die Miete nicht zahlen: „Hat sich das irgendjemand überlegt?“

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