Nur noch 584 Erstimpfungen

Österreich wird zur Impfschnecke

© OE24

Am Sonntag wurden so wenige Menschen wie zuletzt im Februar geimpft.
OE24 auf Google bevorzugen

Wien. Obwohl es mittlerweile mehr als genug Impfstoff gibt und man sich ohne Anmeldung impfen lassen kann, sinkt die Impfwilligkeit in Österreich dramatisch.
Am Sonntag wurden überhaupt nur noch 584 zum ersten Mal geimpft – ein absoluter Tiefstwert. Insgesamt wurden etwas über 6.000 Menschen, also so wenige wie zuletzt im Februar, als noch Impfknappheit herrschte, immunisiert.

Mittlerweile gibt es zwar Impfbusse und Impfboote, aber das Angebot scheint nicht angenommen zu werden. Österreich kommt auf nur rund 55 Prozent vollständig Geimpfte und liegt damit klar hinter Deutschland und Frankreich, die zuletzt auch mit Impfmüdigkeit haderten.

Delta-Variante wird zum zunehmenden Problem

Vierte Welle. Der Haken: Die vierte Welle hat auch in Österreich bereits begonnen. Wie die meisten Beobachter erwartet hatten, steigen die Infektions­zahlen durch die Delta-Variante stark an. Auch gestern – obwohl am Sonntag weit weniger als sonst getestet wird und am Montag langsamer eingemeldet wird – verzeichnete das Land erneut deutlich über 700 neue Corona-Fälle. Auch die Hospitalisierungsraten steigen langsam wieder an.

Zudem gibt es starke regionale Unterschiede beim Impffortschritt. Oberöster­reich kommt nur auf 52 Prozent vollständig Geimpfte, Wien auf nur 53,5 Prozent. Derzeit liegen nur das Burgenland mit 63,8 und Niederösterreich mit 60 Prozent zumindest dort, wo Frankreich liegt. Das seien aber insgesamt Raten, die die vierte Welle nicht ausreichend abbremsen lassen könnten, warnen Experten.

Fehler im Artikel gefunden?Jetzt melden