Die geheimen Corona-Hotspots

Partys, Fitness-Center & Co.

Die geheimen Corona-Hotspots

Wo man sich in Österreich derzeit am häufigsten mit Covid-19 ansteckt.

Der deutsche Virologe Hendrik Streeck meinte, dass man nicht nur auf die Zahl der Neuinfektionen starren solle. Tatsächlich geht es auch um anderen Indikatoren. Besonders wichtig sind Aufklärungsquote und Tracing, wenn man die Pandemie in den Griff bekommen will. In Österreich nimmt beides derzeit ab. ÖSTERREICH begab sich auf Spuren­suche:

Laut den internen AGES-Daten kommt Österreich derzeit auf eine Aufklärungsquote von 57,6 Prozent, also weit weniger als die über 70 Prozent vom Sommer. In Wien ist die Quote bereits auf 39 Prozent gesunken. In der letzten Corona-Kommission warnte deren Leiter Clemens Auer, dass er davon ausgehe, dass es hier in „Richtung community spreading“ gehe. Wo stecken sich aber derzeit die meisten Menschen nachvollziehbar an?

  • Offiziell wird als größter Cluster stets „in Haushalten“ angegeben. Experten sagen, dass das zwar stimme, aber den Indexfall außer Acht lasse. Also, woher wurde das Virus in die Familie ge­tragen? Hier zeichnet sich ein klares Bild ab: Immer mehr Menschen stecken sich in Bars, Clubs und bei „Hauspartys“ an.
  • In Innsbruck (oranger Bezirk) gehen beispielsweise viele Infektionen auf den dortigen Queens Club zurück.
  • Auch in Dornbirn (Orange) fanden Primärinfektionen auf Partys sowie auch nach Fußballspielen statt.
  • Ähnliches gilt auch für Wien (Orange), wo ebenfalls größere Hochzeiten, Geburtstagsfeiern und Clubbings zu Clustern führten, die dann wiederum Familienmitglieder ansteckten.
  • In Niederösterreich gibt es etwa sowohl in Wiener Neustadt als auch in Krems größere Nachtklub-Cluster.

Bezirke melden verstärkt Infektionen in Fitnessklubs

Auffällig. Bezirke quer durch Österreich meldeten zuletzt auch verstärkt Infektionen in Fitnessklubs, was auf Aerosolübertragung hindeute.

  • Auch in Tanzkursen würden sich – ebenfalls ein österreichweites Problem – die Menschen zunehmend infizieren.
  • Ebenso nehmen in Schulen, etwa in Wien, die Infektionsraten zu.

Isabelle Daniel

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