Kritik an Impfpflicht

Virologe Streeck: 'Können die Pandemie nicht wegimpfen'

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Der Corona-Experte ist sich sicher: "Wir werden auch im nächsten Jahr eine Welle haben"

In Österreich wurde letzte Woche die umstrittene Impfpflicht im Nationalrat beschlossen, in Deutschland wird weiterhin darüber diskutiert. Der deutsche Virologe Hendrik Streeck hat sich bei „Markus Lanz“ nun klar gegen eine solche Impfpflicht ausgesprochen.

„Wir können dadurch aber nicht die Pandemie wegimpfen“, so der Experte im deutschen Fernsehen. Das sehen wir sehr deutlich mit der Variantenentwicklung. Wir werden auch im nächsten Jahr wieder eine Welle haben.“

Genesenenstatus

Die Impfung sei vor allem Selbstschutz, so Streeck weiter. "Ein Fehler in der Kommunikation war zu sagen: Wir haben einen Schutz vor der Infektion. Es ist ein Fremdschutz, wir kriegen eine Herdenimmunität. Das haben wir ja nicht. Die einzelne Person schützt sich selber, macht was zur Gesundheitsvorsorge.“

Streck fordert, dass Impfstatus und Genesenenstatus gleichgestellt werden. „Wir behandeln den sehr stiefmütterlich“. „Obwohl wir eigentlich von den Studien her wissen, dass im Durchschnitt Reinfektionen nach 300 Tagen auftauchen.“ Genesene hätten einen sehr guten Schutz vor einem schweren Verlauf, die Reinfektion tauche im Vergleich nach der Impfung selten auf.

Laut Streeck braucht es eine deutschlandweite Antikörper-Studie „Wir wissen gar nicht, über was für einen Prozentsatz in der Bevölkerung wir eigentlich reden, womit wir solche drakonischen Maßnahmen einführen wollen wie eine Impfpflicht. Ich habe die Sorge, wir rennen da hinterher, um etwas durchzupeitschen, eine Impfwunschquote.“ 
 

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