Weitere Corona-Fälle im U-Ausschuss

Fast alle Fraktionen betroffen

Weitere Corona-Fälle im U-Ausschuss

Der U-Ausschuss entwickelt sich immer mehr zum Corona-Cluster. Jetzt gibt es schon sechs Fälle.

Nach der gestern bekannt gewordenen Corona-Erkrankung des FPÖ-Fraktionsführers Christian Hafenecker gibt es nun weitere Corona-Fälle. Wie die NEOS Dienstagnachmittag mitteilten, ist auch ihre Fraktionsführerin Stephanie Krisper positiv auf Corona getestet worden. Auch Grünen-Abgeordneten David Stögmüller, ein SPÖ-Mitarbeiter und eine Grüne-Mitarbeiterin wurden positiv getestet. Auch eine Kamerafrau soll positiv getestet worden sein. Die Parlamentsdirektion geht jedoch von weiteren Fällen aus. 

"Corona-Party" im Parlament?

Brisant: Mehrere U-Ausschuss-Mitglieder der Oppositionsparteien sollen sich am Donnerstag nach dem U-Ausschuss zu einem "Umtrunk" getroffen haben, dort könnte es zu den Ansteckungen gekommen sein. In der Parlamentsdirektion geht man mittlerweile jedenfalls bereits von weiteren Fällen aus. Nun wackeln die nächsten U-Ausschuss-Termine und der Ausschuss steht vor dem Aus, heißt es hinter den Kulissen.

Wie oe24 erfuhr, soll das Zusammentreffen auf Einladung der Neos erfolgt sein. Dabei waren alle Fraktionen außer der ÖVP, die nicht eingeladen war. Unter den Infizierten, die sich bei einem Umtrunk angesteckt haben dürften, befanden sich auch bereits vollständig geimpfte Personen.

Stögmüller ist seit Dienstag über das positive Ergebnis seines Tests informiert. Der Grünen-Abgeordnete, der die erste Impfung hat, habe keine Symptome und befinde sich in häuslicher Quarantäne, hieß es.

Hafenecker erhielt am Freitag positives Ergebnis

Erst gestern wurde bekannt, dass der FPÖ-Fraktionsführer Hafenecker an Corona erkrankt ist. "Ich habe aber einen milden Verlauf", meinte Hafenecker im Skype-Interview auf oe24.TV. Er habe am Donnerstag in der Früh einen PCR-Test gemacht und dann am Freitag das positive Ergebnis erhalten. Vorwürfe, wonach er die anderen Fraktionen erst Tage danach über seine Corona-Erkrankung informiert habe, dementiert Hafenecker: "Ich habe am Samstag - nach dem zweiten Test - alle informiert, mit denen ich Kontakt hatte", so Hafenecker im oe24.TV-Interview.  

Aufregung auf Twitter - weitere Fälle? 

Wie Journalist Florian Klenk nun auf Twitter berichtet könnten neben den bereits positiv getesteten PolitikerInnen auch Medienmitarbeiter angesteckt worden sein. Informiert wurde von der Parlamentsdirektion allerdings scheinbar niemand.
 

 

Gesundheitsbehörden entscheiden

Über eventuelle Quarantänebestimmungen für Abgeordnete und Mitarbeiter entscheiden die Gesundheitsbehörden, nicht das Parlament. Geimpfte und jene, die am Donnerstag eine FFP2-Maske getragen haben, gelten nur als K2-Kontaktpersonen. Auf die Nationalratssitzung am Mittwoch und am Donnerstag hat der U-Ausschuss-Cluster keine Auswirkung, hieß es aus der Parlamentsdirektion. Im Gegenteil: Diese soll unter den geplanten gelockerten Sicherheitsmaßnahmen stattfinden.

Die FPÖ wehrte sich indes gegen den Vorwurf, dass Hafenecker die Corona-Lawine ins Rollen gebracht habe. Generalsekretär Michael Schnedlitz verurteilte hingegen "die schäbige Art", mit der die ÖVP angeblich die Covid-Infektion des Freiheitlichen und weiterer Abgeordneter medial auszuschlachten versuche. Gleichzeitig habe es "massives Behördenversagen" gegeben, habe Hafenecker doch aktiv keine weitere Information nach seinem positiven Test erhalten.



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