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Zensur im Web

Chinas Zensoren werden Online-Spieler

China schickt Beamte auf die Jagd nach verbotenen religiösen und politischen Inhalten in Online-Games.

Den chinesischen Behörden ist das "wilde Treiben" in den virtuellen Spielwelten von Online-Games offensichtlich ein Dorn im Auge. Nun sollen strengere Kontrollen wieder für "Disziplin und Anstand" im Cyberspace sorgen.

Besonders anstößig findet die chinesische Regierung, dass viele Online-Spiele "verbotene religiöse und politische Inhalte" verbreiten - daher begeben sich jetzt staatliche Zensoren selbst in die virtuellen Games um sie genauer unter die Lupe zu nehmen.

Behörden-Schikanen
Schon jetzt ist der Weg zur legalen Verbreitung eines Online-Games in China mehr als steinig. Anbieter müssen sich neue Spiele von mehreren amtlichen Stellen erst einmal genehmigen lassen. Auch wenn alle Bewilligungen zum Betreiben eines Online-Spieles ornanisiert sind, muss der Anbieter monatliche Berichte zum Spielgeschehen an die Ämter schicken. Jede Veränderung im Spiel muss natürlich erneut bewilligt werden.

Laut der chinesischen Nachrichtenagentur Xinhua gibt es in China derzeit rund 23 Millionen Online-Spieler, die im Jahr 2006 rund 700 Millionen Euro Umsatz generieren. - China kann sich dem Markteinfluss dieser Spiele also kaum erwehren. Dennoch will die chinesische Regierung ihren Hardliner-Kurs in Sachen Online-Games durchhalten: Auslöser der nunmehr noch härteren Vorgehensweise dürften einige "Anspielungen" auf das Verhältnis von China zu Taiwan und dem Islam sein.

Um weitere "Verstöße" gegen das Rechtsempfinden der chinesischen Regierung zu verhindern, durchkämmen nun tausende Zensoren die virtuellen Welten der Online-Spiele. Dort suchen sie nach allem, was von Behörden als anstößig empfunden werden könnte, oder gar politische Meinungen wiederspiegelt, die nicht mit der chinesischen Einheitspartei konform gehen. Chinesische Online-Spieler befürchten nun, dass von den Spielprinzipien und vor allem von der Hintergrundstory viele Online-Spiele nicht mehr viel übrigbleiben wird.

Zensur bringt Isolation
Was dieses Vorgehen für US-Amerikanische und europäische Anbieter von Online-Spielen nun bedeuted ist unklar. Eines gilt aber als sicher: Mit den geforderten Zensurmaßnamen wird es nun gänzlich unmöglich sein, gemeinsame Spiele-Server für Chinesen und Nicht-Chinesen zu betreiben. Genau darin liegt wohl auch der Plan der chinesischen Regierung zur weiteren Isolation seiner Bevöolerung vom Rest der Welt.

Interessanter Weise wird der chinesische Markt ohnehin fast ausschließlich von chinesischen Eigenentwicklungen geprägt. Diese Online-Spiele sind ausserhalb Chinas entweder kaum bekannt oder garnicht erst erhältlich. Nur einige wenige nicht-chinesische Online-Spiele haben es bisher überhaupt geschafft auf dem chinesischen Markt Fuss zu fassen.

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