Haltbarkeits-Datum für Handys & Co.?

Obsoleszenz

Haltbarkeits-Datum für Handys & Co.?

Nutzungsdauer von Elektronikprodukten soll wieder steigen.

Wenn ein Smartphone, ein Fernseher, eine Waschmaschine oder ein Toaster einen Monat nach Ablauf der Garantie kaputtgeht - könnte das ein speziell eingebauter Fehler sein? Verbraucherschützern liegt das Thema schon lange am Herzen, im Fachjargon wird es als "Obsoleszenz" bezeichnet. Damit ist gemeint, dass in Produkten bewusst Bestandteile verarbeitet werden, die vorzeitig altern oder geringere Qualität haben. Das Gerät kann dann schneller nicht mehr genutzt und muss früher ersetzt werden. Als Beispiel gelten Geräte, bei denen ein Akku nicht austauschbar ist. Die Hersteller weisen solche Vorwürfe stets zurück. Und nun werden sie von einer aktuellen Studie unterstützt. Häufig sind auch die Nutzer an der verkürzten Lebensdauer schuld.

Keine geplante Obsoleszenz
Die Studie wurde vom deutschen Umweltbundesamt (UBA) in Auftrag gegeben. Demnach gehen große Geräte wie Waschmaschinen heute etwas schneller kaputt als früher. Bei Fernsehern, PCs und Notebooks schwankt die Lebensdauer hingegen. Und in allen anderen untersuchten Produktgruppen (Smartphones, Digicams, etc.) ersetzen die Kunden heute ihre Geräte immer häufiger, obwohl diese noch gut funktionieren. Sie wollen einfach die neuesten Geräte haben. Eine von den Herstellern bewusst geplante Obsoleszenz wurde bei der großangelegten Untersuchung also nicht festgestellt.

Forderungen
Abschließend kommt das UBA zum folgenden Fazit: Das Amt fordert Maßnahmen zur Verlängerung der Lebens- und Nutzungsdauer von Produkten. Hier sei auch die Politik am Zug. Sie müsse Transparenzpflichten und Mindestanforderungen an die Qualität und Haltbarkeit von Elektronikgeräten einführen. Es könnte also gut sein, dass Produkte wie Smartphones oder Fernseher schon bald mit einem Mindesthaltbarkeits-Aufkleber - ähnlich wie bei Lebensmittel - verkauft werden müssen. So könnten die Verbraucher von vornherein abschätzen, wie lange das Gerät in etwa hält. Ob und wann eine solche Maßnahme startet könnte, kann derzeit aber noch niemand sagen.

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