Das Nexus 6P im großen oe24.at-Test

Google-Flaggschiff

Das Nexus 6P im großen oe24.at-Test

So schlägt sich das aktuelle Android-Topmodell des IT-Riesens im Alltag.

Kurz nachdem wir das neue, wieder von LG produzierte Google-Smartphone Nexus 5X testen konnten , haben wir nun das neue Flaggschiff des Android-Anbieters in die Finger bekommen. Konkret handelt es sich dabei um das Nexus 6P, das Google von Huawei produzieren lässt. Im Vergleich zum 5X ist das 6P größer, besser ausgestattet und teurer. Bei der Software gibt es hingegen keine Unterschiede. Beide Nexus-Geräte laufen natürlich mit dem reinen Android 6.0 „Marshmallow“. Wie es sich im Alltag schlägt, lesen Sie in den folgenden Absätzen.

Erster Eindruck
Hält man das Nexus 6P erstmals in der Hand, wird sofort klar, mit wem sich Google mit dem Gerät anlegen will. Denn mit seinem großen 5,7-Display zielt es eindeutig auf das iPhone 6s Plus , das Galaxy S6 Edge Plus und das Sony Xperia Z5 Premium ab. Dank des flachen Aluminiumgehäuses kann der 159.3 x 77.8 x 7.3 Millimeter große Androide auch haptisch und optisch mit den Konkurrenten mithalten. Gleiches gilt leider auch für das Gewicht. Denn mit 178 Gramm wird das Gerät schnell ziemlich schwer, wenn man es nur mit einer Hand hält. Doch aufgrund des großen Displays ist es ohnehin ratsam, das Google-Flaggschiff hauptsächlich mit zwei Händen zu bedienen bzw. benutzen. Aufgrund der abgerundeten Kanten und der etwas aufgerauten Oberfläche liegt es jedoch sehr gut in der Hand. Wie beim Nexus 5X gibt es auf der Rückseite neben der Kamera und dem riesigen Nexus-Schriftzug noch einen zusätzlichen Kreis. Dabei handelt es sich um einen Fingerabdruckscanner, der im Test hervorragend funktionierte und im Alltag eine echte Erleichterung bringt. Seine Position ist nahezu perfekt, da man den Zeigefinger (im Hochformat) ohnehin immer an dieser Stelle hält. So lässt sich das Smartphone blitzschnell entsperren, ohne dass man dafür einen Code oder ein Muster eingeben muss.

Diashow: Google-Flaggschiff Nexus 6P im Test

Google-Flaggschiff Nexus 6P im Test

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    Display und Performance
    Beim Display schenken sich die diversen Flaggschiff-Modelle mittlerweile nichts mehr. Egal welches Top-Gerät man kauft, der Nutzer darf sich stets über eine hervorragende Darstellungsqualität freuen. Da macht auch das Nexus 6P mit seinem OLED-Touchscreen mit 2.560 x 1.440 Pixel keine Ausnahme. Die Pixeldichte von 518 ppi sorgt für gestochen scharfe Videos, Fotos und Texte. Nur wenn die Helligkeit auf Automatik-Modus gestellt wird, ist das Display ab und an etwas zu dunkel. Doch das kann man jederzeit manuell korrigieren. Bei der Performance lässt Huawei ebenfalls nichts anbrennen. Das Antriebsduo aus den 64-Bit-Achtkern-Prozessor Snapdragon 810 und 3 GB RAM kennen wir bereits aus anderen Top-Smartphones. Für ausreichend Rechenleistung ist also in jeder Situation gesorgt. Selbst aufwendige Spiele laufen völlig problemlos und ruckelfrei. Bei voller Leistungsabfrage wird das Gerät aber etwas wärmer, als etwa das Z5 Premium. Heiß wird es jedoch nicht. Beim Akku sticht das Nexus 6P seinen Sony-Konkurrenten hingegen aus. Die 3.450-mAh-Kraftzelle ist extrem ausdauernd. Im Test mussten wir das Nexus 6P einmal sogar erst nach über drei Tagen aufladen. Selbst bei intensiver Nutzung hält das Smartphone zwei Tage durch. Darüber hinaus ist es dank Schnellladefunktion in knapp unter zwei Stunden vollgeladen. Da das Gerät über einen USB-C-Anschluss verfügt, kann der Stecker auch nicht mehr verkehrt eingesteckt werden. Dieser Anschluss ist derzeit aber noch nicht sehr weit verbreitet. Deshalb sollte man das im Lieferumfang  enthaltene Kabel und Netzteil auf Reisen, etc. stets bei sich tragen. Die restliche Ausstattung (LTE Cat 6, WLAN ac, NFC, Bluetooth 4.2, A-GPS,) ist über jeden Zweifel erhaben. Einen Kritikpunkt muss das Nexus 6P aber dann doch noch einstecken. Die Basisversion verfügt zwar über einen halbwegs großen 32 GB Speicher, dieser ist aber leider nicht erweiterbar. Wer mehr Platz benötigt, muss große Dateien (Fotos, Videos, etc.) in die Cloud auslagern Wem das zu unsicher ist, muss sie auf eine externe Festplatte kopieren oder zu den teureren 64 GB- oder 128 GB-Varianten greifen. Hier sollten Huawei und Google beim Nachfolger nachbessern.

    Kameras und Sprachqualität
    Bei der Hauptkamera beteiligt sich das Nexus 6P nicht an der aktuellen Pixelschlacht. Hier orientiert man sich eher an Apple und installiert auf der Rückseite eine 12,3-MP-Kamera. Diese zeigt einmal mehr, dass weniger Megapixel nicht unbedingt zu schlechteren Ergebnissen führen müssen. Im Gegenteil, das Huawwei-Smartphone ermöglicht hervorragende Aufnahmen mit hoher Detailqualität. Zoomt man etwa in Fotos hinein, die bei gutem Licht aufgenommen wurden, wird jedes noch so kleine Detail sichtbar. Dabei ist die Schärfe wirklich beeindruckend. Hier macht sich der blitzschnelle Laser-Autofokus wirklich bezahlt. Und selbst bei schlechterer Beleuchtung bleibt die Qualität dank Doppel-LED-Blitz so gut, dass man die Fotos auch auf größeren Displays guten Gewissens anschauen bzw. herzeigen kann. Die Videofunktion ermöglicht in der höchsten Qualitätsstufe Clips mit 4K-Auflösung (3.820 x 2.160 Pixel) und 30 Bildern pro Sekunde. Die 8 MP-Frontkamera bietet einige interessante Selfie-Features und ermöglicht Video-Chats in nahezu perfekter Qualität. Und da es nach wie vor Menschen geben soll, die mit ihren Smartphones auch noch normal telefonieren, können wir das Nexus 6P auch in diesem Punkt bedenkenlos weiterempfehlen. Die Sprach- und Hörqualität ist sowohl auf Seiten des Empfängers als auch des Sprechers sehr gut. Darüber hinaus liefert auch die integrierte Freisprechanlage eine solide Performance ab. Hier muss man jedoch aufpassen, dass die Umgebungsgeräusche nicht allzu laut sind. Negativ: Ein Headset ist trotz des nicht gerade günstigen Preises leider nicht im Lieferumfang enthalten.

    Software
    In Sachen Software können wir hier nur einmal mehr untermauern, dass Android-Fans mit einem Nexus-Gerät stets auf der sicheren Seite sind. Denn Nexus-Besitzer bekommen neue Android-Updates und –Versionen immer als erste. Bei anderen Android-Smartphones kann der Rollout hingegen Wochen oder gar Monate dauern. Google will das in Zukunft zwar ändern, mit einem Nexus-Gerät ist man in dieser Sache aber auf alle Fälle ganz vorne mit dabei. Da wir die neuen Funktionen von Android 6.0 bereits ausführlich vorgestellt haben, wollen wir darauf nicht mehr näher eingehen.

    >>>Nachlesen: So gut ist Android 6.0 "Marshmallow"

    Fazit
    Google hat sich mit Huawei den richtigen Partner ins Boot geholt. Der chinesische Smartphone-Spezialist zeigt auch beim Nexus 6P, dass er sein Handwerk bestens beherrscht. Das Google-Flaggschiff kann mit den Top-Modellen der Konkurrenten problemlos mithalten. Wären da nicht das fehlende Headset, der nicht erweiterbare Speicher und der hohe Preis (UVP), gäbe es eigentlich nichts zu kritisieren. Smartphone-Nutzer, die auf der Suche nach einem Hightech-Gerät im Großformat sind, machen mit dem Kauf sicher nichts falsch. Googles aktuelle Preispolitik können wir aber auch beim Nexus 6P nicht ganz nachvollziehen. Denn während der IT-Riese in den USA auf eine Kampfpreisstrategie setzt, müssen europäische Käufer deutlich tiefer in die Tasche greifen. In den USA gibt es das Nexus 6P bereits ab 499 Dollar, hierzulande werden hingegen mindestens 649 Euro fällig. Die 64-GB-Version kostet bei uns 699 Euro, die 128-GB-Variante schlägt mit 799 Euro zu Buche. Angesichts der Leistung geht der Preis zwar in Ordnung, doch der immense Aufschlag könnte dennoch einige Interessenten vom Kauf abhalten. Denn in dieser Preisregion gibt es gleich mehrere wirklich gute Smartphone-Flaggschiffe.

    >>>Nachlesen: Neues Nexus 5X im großen oe24.at-Test

    Diashow: Fotos vom Test des Nexus 5X

    Fotos vom Test des Nexus 5X

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