Ambitioniertes Mittelklasse-Handy

Huawei P30 lite im großen Test

Ohne den drohenden Sanktionen, könnte man dem Gerät kaum was vorwerfen.

Aufgrund der US-Sanktionen gegen Huawei, die – falls kein Wunder mehr passiert – ab 20. August 2019 schlagend werden, haben es der chinesische IT-Riese und dessen (potenzielle) Smartphone-Kunden derzeit nicht leicht. Die Verunsicherung ist aufgrund des  drohenden Android-Aus  und dem  Verbot von beliebten Apps  groß. Doch bei Smartphones, die bereits im Handel oder Lagerbestand sind, gibt es nach wie vor Android, vollen Zugriff auf Googles Play Store sowie alle Apps. Ob es für die Geräte aber auch noch ein Update auf  Android 10 „Q“  geben wird, ist fraglich. Wir haben uns in den letzten beiden Wochen jedenfalls das neu  P30 lite  genauer angesehen. Das Einstiegsmodell der  P30-Reihe  will vor allem mit seiner Kamera und einem guten Preis/Leistungsverhältnis punkten. Ob es das auch schafft, lesen Sie im folgendem Testbericht.

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Design und Anmutung

Optisch ist das P30 lite sofort als Modell der P30-Reihe erkennbar. Das 6,15-Zoll große Display verfügt über die typische Regentropfen-Notch und ein schlankes Gehäuse. Mit seinem 3D-gebogenem Glas und dem schmalen Rahmen sieht es äußerst stylisch aus und liegt gut in der Hand. Zudem greift es sich angenehm an und ist hochwertig verarbeitet. Auf der Rückseite finden sich der sehr flott sowie zuverlässig funktionierende Fingerabdrucksensor und die Kamera. Letztere steht wie bei den anderen P30-Modellen leider etwas weit aus dem Gehäuse raus. Und da sie seitlich angeordnet ist, kommt es zu nervigen Wacklern, wenn das Smartphone auf einer ebenen Fläche liegt und man darauf herumtippt. Hier sorgt jedoch eine Schutzhülle für Abhilfe. Besonders positiv ist uns die normale Kopfhörerbuchse (3,5mm) aufgefallen, die bei den teuren Brüdern nicht mehr mit an Bord ist.

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Display und Performance

Während viele Hersteller bei den Einstiegsmodellen ihrer Flaggschiffe auf eine eher schwachbrüstige Ausstattung setzen, ist das beim P30 lite nicht der Fall. So sorgt das FHD+ Display mit seiner Auflösung  von 2.312 x 1.080 Px (415 ppi) für eine brillante Darstellung. Selbst die Natürlichkeit der Farben und die Helligkeit können überzeugen. Im Alltag fällt jedenfalls kaum ein Unterschied zu QHD+ Displays auf. Auch beim Antrieb muss man sich nicht in Verzicht üben. Der hauseigene Prozessor Kirin 710 ist ausreichend flott und steht dem Top-Chip der Flaggschiffe nur bei aufwendigen Games oder Augmented-Reality-Inhalten etwas nach. Mit Multitasking, Streamen, flottem Surfen, etc. hat er jedenfalls keinerlei Probleme. Zudem spendiert Huawei dem Smartphone mit 4 GB RAM und 128 GB ROM (erweiterbar um bis zu 256 GB) auch eine solide Speicherausstattung. Lediglich die Klangqualität kann trotz 3D-Surround-Sound-Effekt nicht richtig überzeugen. Hier ist man mit einem Headset besser bedient. Dafür hat der 3.340 mAh-Akku im Test immer 1,5 bis zwei Tage durchgehalten und kann per QuickCharge sehr schnell aufgeladen werden. Features wie LTE, Wlan ac, Bluetooth 4.2, NFC, GPS und Typ-C-Anschluss runden die Ausstattung ab. Als Betriebssystem ist Android 9 „Pie“ vorinstalliert. Darüber liegt die hauseigene Benutzeroberfläche EMUI 9, die sich zum Glück stärker zurückhält, als das bei den Vorgängerversionen der Fall war.

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Kamera

Dass Huawei mit der vierfach Leica-Kamera des  P30 Pro völlig neue Maßstäbe  (vor allem beim Zoom und bei der Nachtfotografie) gesetzt hat, ist mittlerweile hinlänglich bekannt. Dass das deutlich günstigere P30 Lite hierbei nicht mithalten kann, ist natürlich klar. Für ein Mittelklasse-Smartphone bietet aber auch dieses Gerät eine wirklich hervorragende Leistung. Kein Wunder, schließlich ist immerhin ein Triple-Kamera an Bord, die von künstlicher Intelligenz (KI) unterstützt wird. Sie setzt sich aus einem 48 MP Weitwinkel-, einem 8 MP Ultra-Weitwinkel sowie einem 2 MP Tele-Objektiv zusammen. Bei Fotos und Videos bei guten Lichtverhältnissen gibt es an der Qualität kaum etwas auszusetzen. Das Ultra-Weitwinkelobjektiv (bis zu 120 Grad) ermöglicht ziemlich spektakuläre Motive. Und auch die Qualität des 2-fach Zooms kann sich durchaus sehen lassen. Hier haben teils deutlich teurere Smartphones zu kämpfen, um mithalten zu können. Dies gilt insbesondere für den Nachtmodus. Wenn dieser aktiviert ist, sind auf dem Foto selbst dann viele Details erkennbar, wenn man komplett in die Finsternis fotografiert. Bei Videos stechen wiederum die Super-Slow-Motion-Funktion, die eine 16-fache Zeitlupe ermöglicht, sowie die UHD-Aufnahmen hervor. Mit den absoluten Flaggschiff-Modellen (intern und extern) kann die Hauptkamera des P30 lite zwar nicht ganz mithalten, in seiner Preisklasse dürfte es derzeit aber so gut wie alle Konkurrenten ziemlich deutlich abhängen. Selfie-Fans kommen ebenfalls auf ihre Kosten. So bietet die 24 MP Frontkamera u.a. einen Super-Selfie-Nachtmodus, der sich vor allem für Partygeher schnell bezahlt machen dürfte. Für Unterhaltung ist ebenfalls gesorgt: Mit der 3D-Qmojis-Funktion (animierte Emojis) lassen sich im Selfie-Modus personalisierte GIFs und Videos erstellen.

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Preis und Fazit

Das P30 lite ist in Österreich in drei Farben (Peacock Blue, Pearl White und Midnight Black) zum Preis von 379 Euro erhältlich. Damit ist es zwar teurer als sein Vorgänger (P20 lit) beim Marktstart gekostet hat, bietet aber auch deutlich mehr Ausstattung. Für ein Mittelklassegerät können sich Display, Design, Performance und Laufzeit wirklich sehen lassen. Die Kameraausstattung setzt in diesem Segment ohnehin Maßstäbe. Viel lässt sich am P30 lite jedenfalls nicht kritisieren. Da ist es gleich noch viel bitterer, dass die Verunsicherungen durch die US-Sanktionen groß sind. Nur diese unsichere Lage, an der Huawei kaum Schuld trifft, verhindert eine totale Kaufempfehlung für Smartphone-Fans, die viel Leistung für bezahlbares Geld wollen. Wem egal ist, dass er möglicherweise kein Update auf neue Android-Versionen bekommt, wird mit dem P30 lite dennoch glücklich sein.

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