Media-Saturn startet Online-Offensive

In Österreich

Media-Saturn startet Online-Offensive

Verzahnung zwischen Laden- und Internet-Verkauf für alle Standorte.

Der Elektrohandelsriese MediaMarkt/Saturn geht in die Online-Offensive. Die in Österreich schon vor zweieinhalb Jahren angegangene Verschmelzung zwischen den stationären Geschäften und dem Online-Handel sei für die Kunden noch nicht richtig sichtbar gewesen, räumte der neue Österreich-Chef der Ketten, Ditmar Krusenbaum, am Dienstag bei einem Pressegespräch in Wien ein. Doch das soll sich in Zukunft ändern. Krusenbaun untermauert auch, dass der Elektrohändler den Einzug ins Internet nicht verschlafen hat: "Ich glaube nicht, dass man immer im ersten Waggon sitzen muss. Hauptsache wir sitzen überhaupt drin." In Deutschland beginnt Media-Saturn erst jetzt mit der Verzahnung von online und offline. Österreich war für den Konzern der Testmarkt.

Offensive im Internet
In den kommenden zwei bis drei Jahren sollen alle 47 heimischen MediaMarkt- und Saturn-Standorte so umgerüstet und modernisiert werden, dass die Multichannel-Strategie aufgeht - also die Verschmelzung zwischen online und offline. Wer im Internet bestellt, kann die Ware auch im Geschäft abholen. Im Geschäft gesehene Produkte kann man sich auch nach Hause liefern lassen.

"Wir sind 24 Stunden verfügbar, 12 Stunden davon persönlich", sagte Krusenbaum. Alle Filialen sollen künftig mit Screens ausgestattet werden, auf denen Verkäufer und Kunden die Verfügbarkeit von Waren abfragen können. In den Filialen soll sich eine "optimale Vorauswahl" von Produkten befinden, aber nicht alle. Im Internet sollen über kurz oder lang alle bis zu 60.000 Produkte erhältlich sein. Derzeit sind es etwa 15.000. Der Webshop wird gerade überarbeitet. "Wir arbeiten auch an einer Möglichkeit, samstags zu liefern", kündigte Krusenbaum an. Ein Drive-in-Schalter, wie er in Deutschland gerade getestet wird, sei vorstellbar. "Man muss schauen, in welcher Filiale sich das umsetzen ließe."

Elektronische Preisausschreibung
Schritt für Schritt werden in den Filialen die Preisschilder von Papier auf elektronisch umgestellt. Das soll den Mitarbeitern viel Zeit ersparen. Das Ziel sei, dass die rund 2.800 Filial-Beschäftigten möglichst wenig im Backoffice arbeiten, sondern beim Kunden sind, so Krusenbaum.

Im Geschäftsjahr 2012/13 hat die Kette in Österreich bei einem Umsatz von etwa 1,1 Mrd. Euro rund 34 Mio. Euro Jahresgewinn gemacht. Aktuelle Zahlen nannte Krusenbaum auf Nachfrage nicht. Er rechnet aber - begünstigt durch die Pleiten von Niedermeyer und DiTech - mit Marktanteilszuwächsen. Der Onlineanteil macht derzeit übrigens 9 Prozent vom Gesamtumsatz aus.



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