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Amazons Kindle Fire hat gezündet

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Der neue Tablet-Computer spült ordentlich Geld in die Kassen.

Der Tabletcomputer Kindle Fire entwickelt sich für Amazon zum Ass im Ärmel. Über seinen neuen Hoffnungsträger verkaufte der weltgrößte Online-Händler zu Jahresbeginn deutlich mehr digitale Produkte wie E-Books, Magazine und Spiele. Der US-Konzern zeigt damit, dass sich sein teurer Investitionskurs allmählich auszuzahlen beginnt. Noch allerdings verschlingt die Strategie viel Geld. Der Gewinn ging im ersten Quartal trotz eines Umsatzsprungs erneut zurück. Das hänge unter anderem mit dem Ausbau der Versandkapazitäten und der Erweiterung der Produktpalette zusammen, sagte Deutschland-Chef Ralf Kleber am Freitag im Reuters-Interview.

Fotos von der Präsentation des Kindle Fire :

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Besser als erwartet
Analysten macht dies keine Sorgen. Die Amazon-Zahlen lagen über ihren Prognosen. "Es ist einige Jahre her, seit Amazon die Erwartungen übertroffen hat", lobte Experte Colin Sebastian von Robert W. Baird & Co. An der Börse herrschte Jubel: Die Amazon-Aktie sprang am Donnerstag nachbörslich fast 15 Prozent in die Höhe, in Frankfurt waren es am Freitag mehr als 13 Prozent. Damit stieg der Marktwert des eBay -Konkurrenten um mehr als zehn Mrd. Dollar. Amazon-Chef Jeff Bezos kam dies unmittelbar zugute: Sein Aktienpaket verteuerte sich um nahezu 2,5 Mrd. Dollar.

Während der Umsatz um etwa ein Drittel auf 13,18 Mrd. Dollar (9,97 Mrd. Euro) stieg, fiel der Überschuss um 35 Prozent auf 130 Mio. Dollar. "Dies sieht aus wie ein Quartal, das für jeden etwas bietet - Wachstum und Margen, um Investoren zufrieden zu machen. Dies ist das perfekte Gleichgewicht", sagte Jordan Rohan von Stifel Nicolaus. Die Gewinnmarge verdoppelte sich im ersten Quartal auf rund 24 Prozent.

Drei Kernbereiche
Amazon expandiert in drei Bereichen: Versandzentren, um den Online-Handel zu unterstützen, die Bereitstellung von Videoinhalten über die Tochter Lovefilm sowie in neue Technologien zur Datenspeicherung im Internet. Allein in Deutschland steigt die Zahl der Logistikhäuser im laufenden Jahr um zwei auf acht. "Mit dem Ausbau wollen wir auch der starken Nachfrage von Händlern gerecht werden, die über Amazon ihren Versand vornehmen", sagte Kleber.

Größtes Abenteuer des Konzerns ist aber wohl der Kindle Fire: Es wird vermutet, dass Amazon beim Verkauf des Tablet-Computers leichte Verluste akzeptiert, um dann vor allem mit Inhalten wie Büchern und Spielen zu verdienen. Das Gerät soll Amazon helfen, den Wandel vom Händler materieller Produkte wie DVDs und Videospiele zu digitalen Inhalten zu stemmen. Es sehe danach aus, dass dies gelinge, sagte Macquarie-Analyst Ben Schachter.

Wann kommt das Tablet zu uns?
Bei uns ist der Kindle Fire noch nicht auf dem Markt. Laut Kleber ist unklar, wann das Gerät eingeführt wird. Trotzdem setzt der Konzern auch auf dem wichtigen deutschen Markt stärker auf digitale Inhalte und führte kürzlich einen Download-Service für Software und Spiele ein.

Fürs laufende Quartal stellte Amazon Erlöse zwischen 11,9 und 13,3 Mrd. Dollar in Aussicht. Operativ rechnet der Konzern damit, maximal 40 Mio. Dollar Gewinn zu erwirtschaften, hält aber auch einen Betriebsverlust von bis zu 260 Mio. Dollar für möglich.

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