Neuer Dyson V11 absolute im großen Test

Akkusauger-Flaggschiff

Neuer Dyson V11 absolute im großen Test

Wir haben geprüft, ob der neue Top-Sauger seine großen Versprechungen tatsächlich erfüllt.

Im März hat  Dyson  sein neues Akkusauger-Flaggschiff  V11 (absolute)  vorgestellt. Wir haben den Newcomer in den letzten zwei Wochen ausgiebig getestet. Wie er sich dabei geschlagen hat und ob er den großen Ankündigungen auch Taten folgen lässt, lesen Sie in den folgenden Absätzen.

Handhabung

Wie berichtet, hat sich beim Design dieses Mal nicht allzu viel getan. Da es beim Wechsel vom V8 auf den V10 einen großen Designsprung gab, wurde die Optik beim V11 absolute eher behutsam weiterentwickelt. Am einfachsten ist er an der neuen Filterabdeckung erkennbar. Sie wurde etwas schlanker und verfügt zudem erstmals über ein kleines TFT-Display. Auf diesem kann man neben dem gewählten Modus (Eco, Medium/Auto oder Boost)  auch die verbleibende Akkulaufzeit ablesen – und zwar sekundengenau. Das ist in der Praxis ein echter Gewinn. Insgesamt wird Dyson beim V11 seinem Anspruch und Ruf als Premiumanbieter einmal mehr gerecht. Der Akkusauger ist penibel verarbeitet, fühlt sich gut an und setzt durchwegs auf hochwertige Materialien. Da es sich bei unserem Testgerät um den „absolute“ gehandelt hat, ließ auch das mitgelieferte Zubehör keine Wünsche offen. Die Auswahl an Bürsten und Saugdüsen ist hier wirklich enorm. Die verschiedenen Aufsätze und das Verlängerungsrohr werden über den simpel zu handhabenden Klickmechanismus fixiert. Das funktioniert sogar einhändig. Wenn man das lange Saugrohr weglässt, verwandelt sich der V11 zum Handsauger. So kann man auch sehr schwer zugängliche Stellen vom Staub befreien. Außerdem kann man das Gerät in dieser Konfiguration beispielsweise auch perfekt zum Reinigen eines Autoinnenraums verwenden. Wir haben die Gelegenheit gleich beim Schopf gepackt und das Testgerät für einen Auto-Frühjahrsputz genutzt. Hierbei ist die Freiheit, nicht ständig auf das Kabel aufpassen zu müssen bzw. eine freie Steckdose zu finden, ein eklatanter Vorteil. Leider ist der V11 aber etwas schwerer als sein Vorgänger. Das macht sich aber erst bei wirklich langen Saugeinheiten negativ bemerkbar. Ansonsten liegt das Gerät mit seinem „Revolver-Griff“ sehr gut in der Hand. Eine fixe Arretierung für den Power-Knopf gibt es nach wie vor nicht. Dadurch muss man den Finger stets gedrückt halten. Beim Einsatz als herkömmlicher Sauger gefällt der leichte Lauf der Aufsätze. Egal ob auf hartem Boden oder Teppichen, die Bürsten gleiten wie von selbst über jeglichen Untergrund. Sie verfügen zudem über äußerst flexible Drehgelenke, mit denen sie sich in alle Winkel drehen lassen. So kann man an Wänden auch schräg entlang gehen, während die Bürste exakt an der Linie entlang fährt. Das dünne Saugrohr sorgt wiederum dafür, dass man auch problemlos unter Möbelstücke wie Sofas oder das Bett kommt.

Diashow: Dyson V11 Cyclone im Test

Dyson V11 Cyclone im Test

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    Performance 

    Dyson hat für sein neues Flaggschiff einen völlig neuen V11-Motor entwickelt und den Akkusauber damit nochmals eine Stufe höher gestellt. Der Newcomer kann bei der Saugleistung mittlerweile wirklich mit sehr guten herkömmlichen Staubsaugern mithalten. Der kleine E-Motor dreht mit bis zu 125.000 Umdrehungen pro Minute. Trotzdem konnte der Geräuschpegel deutlich minimiert werden. Während wir mit dem V10 nebenbei nicht Radio hören konnten, ist das mit dem V11 sehr wohl möglich. Die Lautstärke muss man dabei jedoch schon stark aufdrehen. Dennoch ist der Fortschritt deutlich hörbar. Viele Neuerungen haben auch einen großen Einfluss auf die Lauf- und Saugleistung. Dabei spielt vor allem eine Neuheit eine wichtige Rolle. Und zwar die völlig neue Torque-Drive Bürste. Diese sieht dem Vorgänger zwar sehr ähnlich, ist jedoch komplett neu konzipiert. Nur mit ihr lässt sich auch der - unserer Meinung nach - wichtigste Fortschritt nutzen: die automatische Saugkraftregulierung. Dyson hat dem V11 absolute tatsächlich eine Art künstlicher Intelligenz verpasst. Im Akku, im Motor und in der neuen High-Tech-Bürste steckt jeweils ein Mikroprozessor. Diese überwachen die Leistung bis zu 8.000 Mal pro Sekunde und passen dann die Saugkraft automatisch auf den jeweiligen Untergrund an. Im Test funktionierte das schon fast erschreckend gut und zuverlässig. Wechselt man vom Parkett auf einen Teppich oder ein Sofa, wird die Saugkraft binnen Millisekunden verstärkt. Verlässt man den weicheren Untergrund wieder, reduziert sich die Saugkraft wieder genauso schnell. Das vollautomatische Wechseln zwischen den drei Saug-Modi funktioniert nur so gut, weil ein Sensor in der Bodendüse 360 Mal pro Sekunde (!) den Widerstand der Elektrodüse überprüft. Das manuelle Hin- und Herschalten zwischen den drei Modi kann man sich eigentlich komplett sparen. Wir haben im Test nach kurzer Zeit darauf verzichtet. Die Torque-Drive Bürste hat noch eine weitere Neuheit zu bieten. So kann man über einen roten Schieberegler an der Vorderseite zwei Aussparungen öffnen, um größere Teile einzusaugen, oder die Saugleistung auf dünneren Teppichen abzuschwächen. Letzteres spart Akku. Neben der großen motorbetriebenen Bürste, ist beim V11 auch noch eine kleinere mit dabei. Diese unterstützt zwar nicht die automatische Saugkraftregulierung, dennoch ist sie ein echter Segen. Mit ihr lassen sich nämlich auch die hartnäckigsten Tierhaare und Fussel von Sofas, Polstern oder dergleichen entfernen. Und auch bei der Reinigung des Autos konnte sie dank ihrer kompakten Form und der integrierten Motorleistung überzeugen. Neben dem normalen Wohnungs- und Autoputz haben wir die Saugleistung auch noch mit Spezialtests (ähnlich wie beim V10) überprüft, bei dem wir gemahlenen Kaffee, feinen Sand und Chipsbrösel auf einen eher weichen Teppich und am Parkett verstreut haben. Die High-Tech-Bürste kam am weichen Untergrund zum Einsatz, aktivierte automatisch die volle Leistung und hatte mit dem Schmutz keinerlei Probleme. Am Hartboden kam die Bürste ohne eigenen Motor zum Einsatz. Hier kann man die Saugkraft selbst justieren. Im Medium-Modus wurde auch mit diesem Aufsatz der gesamte Schmutz aufgesaugt. Beim V11 ist dabei im Gegensatz zum V10 nicht mal ein kleiner seitlicher Rand übrig geblieben. Hier dürfte Dyson die Bürsten etwas überarbeitet haben.

    Laufleistung

    Neben dem neuen Motor und der neuen Top-Bürste gibt es auch einen neuen Akku. Laut Dyson ist es der bisher leistungsstärkste Akku, den die Firma je in einem Staubsauger verbaut hat. Beim Test des V10 hielt die Batterie im Alltagseinsatz, bei dem die stärkste Stufe nur selten zum Einsatz kam, rund 30 Minuten durch. Was angesichts der Leistung ein hervorragender Wert ist. Doch der V11 setzt da noch einmal einen drauf. Bei uns hielt der Staubsauger nun um ein Drittel länger durch und kam somit ziemlich genau auf eine Dreiviertelstunde. Da lassen sich selbst große Wohnungen oder kleine Häuser mit einer Vollladung durchsaugen. Für die Testwohnung dauert ein Saugdurchgang rund 15 Minuten. Mit dem vollaufgeladenen V11 konnten wir die Räume also dreimal statt zweimal komplett saugen, was ein deutlicher Fortschritt ist. Laut Dyson sollte man den Akkusauger zwar nach jedem Sauggang wieder vollladen, doch wenn man den Akku nicht tiefenentleert, kann man darauf auch verzichten. Und da das neue Display ohnehin die verbleibende Laufzeit ganz genau anzeigt, braucht man auch nicht zu befürchten, dass man die Batterie völlig leert saugt. Beim Vorgänger war das noch nicht der Fall, denn hier wurde die Akkuleistung nur in Form von drei LEDs angezeigt. Dennoch wollten wir die maximale Laufzeit ganz genau wissen. Dafür haben wir den Akku für die drei verfügbaren Modi jeweils voll aufgeladen. Im Eco-Modus hielt der V11 sogar etwas über eine Stunde durch – Dyson verspricht eine Stunde. Bei „Medium“ war nach exakt 41 Minuten Schluss – das schaffte der V10 nur in der kleinsten Stufe. Und bei voller Leistung (Boost-Modus) war der Akku nach 10 Minuten leer. Dieser Modus muss aber wirklich nur in Extremfällen angewendet werden. Bei der automatischen Saugkraftanpassung ist man fast nur im Eco- und Medium-Modus unterwegs. Diese Laufzeiten sind schon ziemlich beeindruckend und zeigen, dass es die Briten mittlerweile tatsächlich geschafft haben, einen Akkusauger zur echten Alternative zu normalen Top-Kabelstaubsaugern zu machen. Die neue Batterie verfügt über sieben größere Hochleistungszellen mit Nickel-Kobalt-Aluminium-Kathoden. Deshalb dauert eine Vollladung jetzt etwas länger. Im Test nahm sie rund 4,5 Stunden in Anspruch.

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    Entleerung, Filtration, etc.

    Ansonsten ist noch festzuhalten, dass beim V11 alle weiteren Eigenschaften, die uns schon  beim V10  positiv aufgefallen sind, beibehalten wurden. Der Staubbehälter ist zwar nicht so groß wie bei Kabelsaugern, die bis zu drei Liter Schmutz aufnehmen können, dennoch ist er für den Alltagsgebrauch ausreichend dimensioniert. Das Entleeren funktioniert extrem einfach. Man muss nur den Aufsatz abnehmen, die Klappe entriegeln sowie den Sauger mit der Vorderseite nach unten über einen Kübel, Müllsack, etc. halten. Dann schiebt man den roten Bügel nach vorne und leert den Behälter ganz einfach aus, ohne den Dreck dabei zu verschütten. Sowohl der Behälter als auch der HEPA-Filter lassen sich mit Wasser ausspülen und sind nach 24 Stunden wieder einsatzbereit. Wann das Filtersystem, das 99,97% der Partikel mit einer Größe von bis zu 0,3 Mikrometer aufnimmt, gereinigt werden muss, wird nun ebenfalls am Display angezeigt. Ein weiterer Pluspunkt des Dyson-Flaggschiffs ist, dass es den Schmutz richtig aus der Luftströmung entfernt und nicht einfach im Filter ablegt. Dadurch wird die Leistung des Motors auch nach längerem Einsatz nicht gedrosselt. In Sachen Zubehör ist beim V11 absolute eigentlich alles mit dabei, was der/die putzfreudige Hausmann/Hausfrau braucht. Neben den zwei großen Hauptaufsätzen sind im Lieferumfang u.a. die bereits erwähnte Mini-Elektrobürste, eine Kombi-Zubehör-Düse (für Fugen), eine Extra-Hart-Bürste und eine Extra-Soft-Düse, die sich für den Einsatz auf empfindlichen Oberflächen eignet, enthalten. Alles in allem bekommt man so den Schmutz aus jeder kleinsten Rille oder Ecke. Es gibt zwar noch eine „Pro“-Modell mit zwei weiteren Kleinteilen und goldenem statt blauem Saugrohr, doch die 30 Euro Aufpreis kann man sich sparen. Wichtiger ist, dass die Wandhalterung ohne Extrakosten im Lieferumfang enthalten ist. Dank dieser Ladestation, die mit nur zwei Schrauben am gewünschten Platz installiert wird, hat der Sauger einen fixen Platz, an dem er auch immer ohne lästiges Kabelhantieren aufgeladen werden kann.

    Fazit

    Da sich optisch nicht allzu viel getan hat, waren wir zunächst skeptisch, ob der V11 absolute seinen Vorgänger tatsächlich noch einmal in den Schatten stellen kann. Doch je länger wir mit dem Gerät hantierten, umso deutlicher kamen die Fortschritte zum Vorschein. Zu den größten Pluspunkten zählen die gesteigerte Saugkraft, die noch einmal verbesserte Laufzeit und die automatische Saugkraftanpassung. Letztere funktioniert zwar "nur" in Kombination mit der neuen Torque-Drive Bürste. Doch im Alltag kam diese - zumindest bei uns - in 90 Prozent aller Fälle zum Einsatz. Sie eignet sich für Hartböden und Teppiche gleichermaßen. Lediglich bei schwer zugänglichen Stellen oder wenn die kurze Düse reicht, wurde sie getauscht. Im Auto kam sie aufgrund ihrer Größe ebenfalls nicht zum Einsatz. Aber hier reicht die Stufe Medium für alle Aufgaben aus, weshalb man auch im Fahrzeuginnenraum nicht ständig zwischen den Modi wechseln muss. Darüber hinaus konnte der V11 mit seinem neuen Display und der reduzierten Geräuschkulisse punkten. Die einzigen Nachteile im Vergleich zum Vorgänger sind das etwas höhere Gewicht und die längere Ladezeit. Doch das ist locker zu verschmerzen. Die großen Versprechungen wurden also tatsächlich eingehalten.

    Wer bereits einen V10 besitzt, muss jedoch nicht zwingend auf das neue Flaggschiff wechseln. Denn auch der Vorgänger zählt nach wie vor zu den besten Geräten dieser Klasse. Für Besitzer aller älteren (Dyson-)Akkustaubsauger lohnt sich der Umstieg aber auf alle Fälle. Zumindest wenn das Budget mitspielt. Denn die Briten lassen sich ihre Neuheiten immer ordentlich bezahlen. Da macht auch der V11 absolute keine Ausnahme. Der kabellose Staubsauger kostet 649 Euro. Aufgrund der gebotenen Leistung, des guten Images und des hohen Entwicklungsaufwandes sind die Tarife jedoch gerechtfertigt. Über die gesamte Lebensdauer gesehen, ist der V11 absolute sogar preiswert. Für alle Käufer haben wir noch einen Tipp. Sie sollten ihren neuen Sauger unbedingt bei Dyson registrieren. Denn dann bekommt man neben der zweijährigen Herstellergarantie noch weitere Vorteile.

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