So funktioniert das neue Energielabel für Elektrogeräte

Schluss mit "+++", nur Buchstaben

So funktioniert das neue Energielabel für Elektrogeräte

Ab 1. März gibt es eine neue Bewertungsskala für Fernseher, Kühlschränke, Waschmaschinen & Co.

Für Käufer von Elektrogeräten gibt es ab 1. März eine wichtige Neuerung. Denn dann startet das neue verbraucherfreundlichere und einfachere  EU -Energielabel zur Kennzeichnung für Fernseher, Kühlschränke, Waschmaschinen und Co. Damit sei Schluss mit verwirrendem "A+++", die Informationen werden verständlicher, so die Österreichische Energieagentur. Die Bewertungsskala reicht künftig von A bis G, bisherige Plus-Zeichen hinter dem Buchstaben entfallen. Derzeit gibt es für die meisten Geräte "A+++" bis G.
 

Weitere Geräteklassen folgen

Zu finden ist die neue Kennzeichnung ab Anfang März zunächst bei Haushaltskühl- und Gefrierschränken, Waschmaschinen und Waschtrocknern, Geschirrspülern, Fernsehern und elektronischen Displays, ab September 2021 dann auch bei auch bei Lichtquellen. Für weitere Produktgruppen wie Klimageräte, Heizung und Warmwasserbereitung werden die neuen Labels zu einem etwas späteren Zeitpunkt eingeführt, so die Energieagentur, die das Projekt "label 2020" in 16 EU-Ländern koordiniert. Hier werde daher noch längere Zeit das alte Label zu sehen sein.
 
Das neue System vereinfache die Orientierung für die Konsumentinnen und Konsumenten: "Sie können nun sehr leicht effiziente Produkte erkennen, auswählen und den Energieverbrauch, ihre Stromrechnung und vor allem auch die Treibhausgasemissionen senken", so Bernd Schäppi, Centerleiter bei der Österreichischen Energieagentur. Die neuen Labels beruhten auf teils überarbeiteten Berechnungsmethoden und Teststandards und seien nicht eins zu eins mit den alten Kennzeichnungen vergleichbar.
 
© EU-Kommission
So funktioniert das neue Energielabel für Elektrogeräte
 

Anreiz für Hersteller

Für die Hersteller soll die neue Skala ein Anreiz sein, energieeffizientere Produkte auf den Markt zu bringen. Damit es auch künftig keinen "Plus-Wildwuchs" mehr gibt, werden die Klassengrenzen angepasst. Dies geschieht, sobald 30 Prozent der auf dem EU-Markt verkauften Produkte in die oberste Energieeffizienzklasse A fallen, oder wenn 50 Prozent dieser Produkte in die obersten zwei Energieeffizienzklassen A und B fallen. Bei der Einführung des Energielabels war die Klasse A für die besten Geräte vorgesehen, da die Hersteller immer sparsamere Modelle entwickelten kamen die "Plus"-Symbole dazu.
 
Zwei Beispiele: "Vergleicht man beispielsweise heute eine A+++-Kühlgefrierkombi mit einem früher gängigen B-Klasse-Gerät, ist der Energieverbrauch um mehr als 70 Prozent niedriger", so Schäppi. "Kauft man heute einen Wäschetrockner der Klasse A++, spart man gegenüber einem Modell der Klasse B über die gesamte Produktlebensdauer 2.900 kWh oder 580 Euro ein. "Das kommt der eigenen Geldbörse und natürlich auch dem Klimaschutz zugute."
 

Produktdatenbank per QR-Code

Geplant sind weiters eine App und eine Datenbank. Über einen QR-Code kann dann man künftig auf eine neue EU-Produktdatenbank zugreifen, die zusätzliche Produktinformationen für alle gekennzeichneten Produkte bietet. Ab Frühjahr 2021 wird das mit einer App möglich sein, die auch Produktvergleiche, Lebenszykluskostenberechnungen und einiges mehr ermöglichen wird.
 

Trotz Kritik: Verbraucherschützer begrüßen neues Label

Der europäische Verbraucherverband BEUC begrüßt die Einführung neuer EU-Energielabels als "Sieg für Verbraucher", äußert aber auch deutliche Kritik. Zwar könnten die neuen Kategorien "A" bis "G" besser unterschieden werden als die bisherigen "A+"-Klassifizierungen. Die Umstellung erfolge aber zu langsam.
 
So werden zu Beginn nur bestimmte Elektrogeräte wie Kühlschränke oder Waschmaschinen neu ausgezeichnet - andere Geräte wie Glühbirnen folgen erst deutlich später. "Wegen der schrittweisen Einführung kann es Verbrauchern passieren, dass sie sowohl alte als auch neue Kennzeichnungen sehen, was verwirrend sein kann", monieren die Verbraucherschützer. 
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