Ein internationales Forschungsteam hat im Perseus-Galaxienhaufen eine bislang unbekannte, extrem lichtschwache Galaxie identifiziert. Die Entdeckung gelang unter Beteiligung der Astrophysikerin Francine Marleau von der Universität Innsbruck.
Die als CDG-2 (Candidate Dark Galaxy-2) bezeichnete Galaxie wurde nicht über ihr Sternenlicht gefunden, sondern durch die ungewöhnliche Anordnung von Kugelsternhaufen – dichten Gruppen alter Sterne, die typischerweise größere Galaxien umgeben. Erst in Folgeanalysen mit dem Weltraumteleskop Hubble und der ESA-Mission Euclid konnte ein äußerst schwaches Leuchten nachgewiesen werden, das die Existenz der Galaxie bestätigt.
„CDG-2 ist die erste Galaxie, die ausschließlich über ihre Kugelsternhaufen entdeckt wurde“, sagt Francine Marleau vom Institut für Astro- und Teilchenphysik in einer Mitteilung. Die Innsbrucker Forscherin identifizierte die Galaxie erstmals in Bilddaten der Euclid-Mission.
Fast unsichtbar
Laut den Berechnungen der Forschenden besteht CDG-2 zu über 99,99 Prozent aus Dunkler Materie – einer bislang nicht direkt nachweisbaren Substanz, die rund 85 Prozent der Materie im Universum ausmachen dürfte. Besonders auffällig: Rund 17 Prozent des sichtbaren Lichts stammen allein aus den Kugelsternhaufen – ein Wert, der in dieser Höhe bisher noch bei keiner Galaxie beobachtet wurde.
„Diese Entdeckung zeigt, dass sich Galaxien in Halos aus reiner Dunkler Materie bilden können – mit sichtbaren Sternen, die sich ausschließlich in alten, dichten Sternhaufen sammeln“, erklärt Dayi Li von der Universität Toronto, Erstautor der Publikation. „Unsere Ergebnisse eröffnen neue Perspektiven auf die Entstehung von Galaxien und die Natur Dunkler Materie.“