Oft sind die Haare trocken, fettig, brüchig, zu dünn oder fallen vermehrt aus. Hier finden Sie die möglichen Ursachen und erhalten die besten Tipps für eine volle Haarpracht.
Sie haben die Haare schön und sind mit einem gesunden, kräftigen Haupthaar gesegnet? Dann können Sie sich glücklich schätzen. Viele Frauen leiden unter dünnen, kraftlosen, brüchigen trockenen oder fetten Haaren oder gar Haarausfall, so sehr sie ihren natürlichen Kopfschmuck auch hegen und pflegen. Doch gerade die äußeren Einflüsse wie Föhnen, Glätten, Färben, starke Hitze durch Sauna oder die falschen Pflegeprodukte können unsere Haarqualität negativ beeinflussen. Auch innere Ursachen wie Vitamin- oder Mineralstoffmangel, hormonelle Probleme, psychische Belastungen, aber auch genetische Faktoren bestimmen die Haarstruktur. Verlieren Sie täglich mehr als 100 Haare oder hat sich Ihr Haar stark verändert, wäre ein Besuch beim Hautarzt ratsam, um die Ursache zu finden und an der (Haar-)Wurzel zu packen.
Ursachen für Haarprobleme
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Mineralstoffmangel
Die Haarfollikel benötigen Vitamine und Spurenelemente. Eisen- und andere Nährstoffmängel können Haarausfall verursachen und die Struktur des Haares verschlechtern.
Hormone
Ein hormonelles Ungleichgewicht, etwa durch Störungen der Geschlechtshormone, Schilddrüsenprobleme oder ein Defizit an Vitamin D, kann die Wachstumsphase der Haare blockieren und zu dünnem, kraftlosem Haar oder sogar Haarausfall führen.
Übersäuerung
Störungen des Säure-Basen-Haushalts können das Haarwachstum ebenfalls beeinflussen und zu vermehrten Schäden an Haarwurzel und Haar führen.
Stress
Zu den wohl häufigsten Ursachen für Haarausfall gehört Dauerstress, aber auch die Verarbeitung traumatischer Ereignisse. Diese psychischen Belastungen spiegeln sich in unseren Haaren wider – in Form von Haarausfall oder vorzeitigem Ergrauen.
Kopfhaut
Starke entzündliche Veränderungen (chronische oder allergische Entzündungen, Pilzbefall der Kopfhaut, genetische Erkrankungen wie Schuppenflechte) oder austrocknende Shampoos können die Haarfollikel reizen und zu Haarausfall führen.
Haarstyling
Thermische und chemische Einflüsse – etwa Föhnen, Glätten, Kolorieren – greifen die äußere Schutzschicht des Haares, die Cutin-Schicht, an und machen das Haar trocken.
Sensibles Organ
Haare sind über die Haarwurzel mit der Haut verankert und nehmen dort am Stoffwechselgeschehen teil. Alle Abbauprodukte des Körpers lagern sich während des Verhornungsprozesses in der Haarstruktur ein. Falsche Ernährung, Stoffwechselprobleme, hormonelle Umstellungen oder Krankheiten haben daher direkte Auswirkungen auf unser Haar. Fehlen wichtige Vitamine oder Mineralstoffe, wird das Haar brüchig, spröde und fällt aus. Eisen, Zink sowie die Vitamine des B-Komplexes übernehmen eine wichtige Rolle bei der Zellteilung. Auf Stress reagiert das Haar sehr empfindlich. Jede Haarwurzel agiert wie ein eigenes Organ mit neuronaler Kompetenz und kann eigene Stresshormone produzieren. Die Produktion der Stresshormone stoppt das Haarwachstum, das Haar wird schütter oder ergraut schneller.
Ernährung für gesunde Haare
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Vitamin H
Vitamin H (Biotin) ist besonders wichtig für schönes Haar und wirkt gegen Haarausfall. Reichlich Vitamin H steckt in Vollkornprodukten, Fleisch, Eigelb, Milch oder Nüssen.
Vitamin A
Vitamin A (Retinol) sorgt für einen gesunden Haarwuchs. Enthalten in: Karotten, Brokkoli, Paprika sowie Milchprodukten oder Fischöl. Eine Überdosis Vitamin A sollte jedoch unbedingt vermieden werden. Ohne Nahrungsergänzung besteht diese Gefahr kaum.
Vitamin B
Vitamine des B-Komplexes, vor allem Vitamin B3 (Niacin), Vitamin B5 (Pantothensäure) und Vitamin B6 (Pyridoxin) stärken Haut und Haare, regulieren die Talgproduktion, aktivieren wichtige Stoffwechselvorgänge in der Haarwurzel. Hefe, Fleisch, Eigelb, Ananas, Avocado, Nüsse, Hülsenfrüchte und Weizenkeime sind wertvolle Vitamin-B-Lieferanten.
Vitamin C
Mithilfe des Vitamin C gelangt der wichtige Haarbaustein Eisen zu den Haarwurzeln und die Haarstruktur wird geschützt. Gute Vitamin-C-Spender sind Zitrusfrüchte und Kohlgemüse.
Vitamin E
Vitamin E unterstützt das Haarwachstum und kräftigt die Haare. Enthalten in Weizenkeim-, Sonnenblumen-, Maiskeim-, Soja-, Distel- oder Rapsöl, Tomaten, Erd- oder Haselnüssen, Mandeln.
Omega-6-Fettsäuren
Omega-6-Fettsäuren wirken entzündungshemmend und beseitigen freie Radikale. Mehrfach ungesättigte Fettsäuren können krankhaften Haarausfall bekämpfen. Enthalten in rotem Fleisch und tierischen Fetten.
Aminosäuren
Keratin (Hauptbestandteil und Strukturgeber des Haares) besteht vor allem aus den Aminosäuren L-Cystein, L-Lysin; Methionin und Arginin. Cystein ist in Fleisch, Brokkoli, rotem Paprika oder Fleisch, Lysin in Bohnen, Orangen, Mandarinen oder Sellerie, Methionin in Paranüssen, Fisch, Leber, Eiern, Arginin in Hülsenfrüchten, Nüssen, Kürbiskernen, Fleisch enthalten.
Mineralstoffe
Eisen, Zink und Kupfer sind essenziell für gesundes Haar. Wichtigster Eisenlieferant ist Fleisch. Reich an Kupfer sind Vollkornprodukte, Hülsenfrüchte, Nüsse, Hefe, Trockenobst. Zink steckt in Austern, Fleisch, Eiern und Käse.
Suche nach der Ursache
So vielfältig die unterschiedlichen Haarstrukturen von Mensch zu Mensch sind, so vielseitig sind auch die Ursachen. Um den Haarproblemen auf den Grund zu gehen, steht eine Zahl moderner Diagnosemöglichkeiten zur Verfügung. Beim Trichogramm werden verschiedene Haare ausgezupft und festgestellt, ob sich diese im Gleichgewicht zwischen den einzelnen Haarzyklusphasen befinden. Häufig steht jedoch nicht nur das Haar selbst im Fokus der Analyse. Auch die Überprüfung der Kopfhaut sowie des Haarbodens und vor allem der Haarverteilung sind wichtige Bestandteile einer Haaranalyse. Weiters wird ein Blutbild gemacht, der Hormonstatus erhoben und nach anderen möglichen Ursachen gesucht. In seltenen Fällen kann es notwendig sein, das Haar bis in sein Innerstes zu durchleuchten. Durch spezielle labortechnische Untersuchungen am Haar direkt lässt sich etwa eine Schwermetallbelastung feststellen.
Einfluss der Hormone
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Geschlechtshormone
Östrogenmangel oder ein Überschuss an männlichen Hormonen können dünne Haare oder Haarausfall verursachen. Die Androgene (Testosteron und das Hormon DHT) verringern die Dauer der Wachstumsphase des Haares und lassen das Haar dünner werden und vermehrt ausfallen. Ein erhöhter Prolaktinspiegel (eventuell durch ein Adenom in der Hirnanhangdrüse) kann Haarausfall begünstigen. Eine hormonelle Behandlung beziehungsweise hormonähnliche Pflanzenwirkstoffe (Isoflavone, enthalten in Soja oder Kürbis) können die hormonelle Balance wiederherstellen.
Schilddrüsenhormone
Neben den Geschlechtshormonen spielen auch Schilddrüsenhormone eine bedeutende Rolle im Haarzyklus. Haarausfall ist ein typisches Symptom bei Unterfunktion der Schilddrüse. Die Haare erscheinen trocken, brüchig und glanzlos .Werden die Haare dünner und feiner und lassen sich schlecht frisieren, weist dies auf eine Überfunktion der Schilddrüse hin.
Vitamin D
Liegt ein Vitamin-D-Mangel (ist ein Hormon und kein Vitamin) vor, wird der Zyklus der Haarfollikel verändert oder unterbrochen. Dies kann zu Haarausfall führen. Da Sonnenlicht die körpereigene Produktion von Vitamin D anregt, sollte vor allem in der „dunklen“ Jahreszeit auf einen ausreichenden Vitamin-D-Spiegel geachtet und ein Mangel durch Nahrungsergänzung ausgeglichen werden.
Schluss mit Haarausfall
Ist die Diagnose gestellt, wird mit einer geeigneten Therapie begonnen. Je früher diese startet, desto größer ist die Chance, möglichst viele Haare zu retten. Besteht ein Vitamin- oder Mineralstoffmangel und kann dieser nicht durch eine Ernährungsumstellung ausgeglichen werden, kommt man um Nahrungsergänzung wohl nicht herum. Genetischer Haarausfall kann durch lokale Anwendung mit dem Wirkstoff Minoxidil bei 70 bis 80 Prozent gestoppt werden. Bei 30 Prozent stellt sich sogar ein Haarneuwuchs ein. Nach Absetzen schreitet der Haarausfall jedoch fort. Liegt ein hormonelles Problem vor, ist die Behandlung durch einen Hormonspezialisten erforderlich. Zunächst wird der Hormonstatus erhoben und so die Ursache gesucht. Sind bestimmte Hormonwerte zu hoch, werden sie reduziert, sind sie zu niedrig, werden sie ergänzt. Hormonähnliche Pflanzenwirkstoffe (Isoflavone) können zum Beispiel das den Haarausfall fördernde Hormon DHT binden und unschädlich machen, ohne den Hormonhaushalt des Körpers weiter zu beeinflussen. Gute Erfolge zeigen die Eigenblutbehandlungen. Die im Blutplasma enthaltenen Wachstumsfaktoren wirken auf die Kopfhaut wie eine Verjüngungskur und regen das Wachstum der Haarwurzeln an.