Impferfolg

Impfempfehlungen für Immungeschwächte

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Bestimmte immunsuppressive Therapien können den Impferfolg einschränken

Weltweit gibt es kaum gesichertes Wissen zu Impfungen bei Immungeschwächten. Da soll sich mit einer neuen Faktenzusammenstellungen samt Empfehlungen von österreichischen Top-Experten ändern. "Impfungen bei Immundefekten/Immundepression" heißt das neue Dokument vom Institut für Spezifische Prophylaxe und Tropenmedizin (MedUni Wien) und der Österreichischen Gesellschaft für Vakizinologie.

Auch Ärzte fürchten Komplikationen

"Es gibt immer mehr Menschen, die therapiebedingt ein geschwächtes Immunsystem aufweisen. Das sind zum Beispiel Patienten, die mit sogenannten Biologika (z.B. monoklonale Antikörper; Anm.) oder anderen immunsuppressiven Medikamenten gegen chronische Polyarthritis, Multiple Sklerose oder chronischen Hauterkrankungen (schwere Psoriasis ; Anm.) behandelt werden", sagte die Leiterin des Instituts, Ursula Wiedermann-Schmidt, gegenüber der APA. Es sind nicht mehr "nur" Patienten nach Organtransplantationen oder während bzw. nach einer hoch wirksamen Chemotherapie etc., bei denen sich Fragen rund um den Impfschutz stellen. Viele Menschen und auch manche Ärzte fürchten allfällige Komplikationen durch Impfungen bei "Immungeschwächten". Teilweise wird die Gefährdung zu hoch angesetzt und auf wirksamen Infektionsschutz verzichtet.

Maßgeschneiderte Vorgangsweise

Laut den Experten kommt es jeweils auf eine maßgeschneiderte Vorgangsweise an: Weil Menschen unter einer immunsuppressiven Therapie von sich aus durch Infektionen mehr gefährdet sind, womit eigentlich auf einen möglichst guten Impfschutz zu achten wäre. "Umso wichtiger ist es, wie man bei den Impfungen vorgeht", sagte Wiedermann-Schmidt. Andererseits können bei manchen dieser Menschen Impfungen auch schlechter wirken. Auch hier bedürfe es spezieller Überlegungen.

Drei Stadien der Abwehrschwäche

Grundsätzlich gilt, dass alle Impfungen, die im Österreichischen Impfplan empfohlen werden, vor dem geplanten Start einer immunsuppressiven Therapie und bei chronischen Erkrankungen überhaupt so früh wie möglich durchgeführt werden sollte. Das von rund 20 Experten erstellte Statement unterscheidet dann zwischen drei Stadien einer Abwehrschwäche. Keine oder eine für Impfungen nicht relevante Immunsuppression liegt zum Beispiel bei einer kurzzeitigen Kortisontherapie oder bei Verwendung von inhalierbaren Kortisonpräparaten vor, ebenso nicht bei einem gut eingestellten Diabetes mellitus. Unter die Gruppe der Patienten mit leichter bis mittelgradiger Immunschwäche fallen Personen mit niedrig dosierten Immunsuppressiva (z.B. Methotrexat bei rheumatischen Erkrankungen). Schwere hämatologische Erkrankungen, der Zustand nach Transplantation oder zum Beispiel die Behandlung mit den in der Rheuma- oder Psoriasistherapie eingesetzten Biologika bedeutet eine starke Immunsuppression.

Lebendimpfstoffe besonders heikel

Wiedermann-Schmidt stellte dazu grundsätzlich fest: "Insgesamt geht es bei den Impfungen am ehesten um die Lebendimpfstoffe (vor allem Masern, Mumps und Röteln sowie Varicellen; Anm.)." So kann es notwendig sein, einen Abstand zwischen der immunschwächenden Therapie und einer neuen Impfung einzuhalten. Das ist von der jeweils durchgeführten Therapie abhängig. In vielen Fällen - zum Beispiel bei einer Rheumatherapie mit Biologika - kann bei Bedarf eventuell vorübergehend die Dauerbehandlung auch ausgesetzt werden, um eine Immunisierung zu ermöglichen. Bei schwerer Immunsuppression sollten Lebendimpfstoffe nicht verabreicht werden. Es kann aber auch Ausnahmen geben.

Anders ist das bei Totimpfstoffen: Keuchhusten, Pneumokokken, Polio-Impfung zum Injizieren, die meisten Influenza-Vakzine, Hepatitis-Vakzine etc. Bei solchen Impfungen können Laboruntersuchungen wichtig werden, um festzustellen, ob sich der gewünschte und erforderliche Impferfolg durch die Bildung von ausreichend schützenden Antikörpern eingestellt hat. Das gewährleistet erst den Schutz.

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