Klimt-Enthüllung im Belvedere

"Bestes Jahr ever"

Klimt beschert Belvedere Rekordjahr

"Macht uns stolz, ist aber auch eine Bürde", so die Chefin Husslein-Arco. 

In ausnehmender Jubel-Stimmung hat Belvedere-Chefin Agnes Husslein-Arco am 11. Jänner die Jahresbilanz 2012 und den Ausblick auf das laufende Ausstellungs-Jahr präsentiert. Dank des Klimt-Jahres habe man das "beste Jahr ever" verzeichnet und mit 1,1 Mio. Besuchern einen Rekord aufgestellt. "Die Besucherzahlen machen uns stolz, sind aber auch eine Bürde", so Husslein. "Heuer haben wir kein Klimt-Jahr, aber wir werden uns bemühen." Unterstützt werden diese Bemühungen durch ein weiteres Jubiläum: Anlässlich des 350. Geburtstags von Prinz Eugen im Herbst ist neben einer Ausstellung im Oberen Belvedere auch die erstmalige Bespielung des einstigen Winterpalais' Prinz Eugens in der Himmelpfortgasse geplant.

Über eine Million Besucher kamen
Exakt 1.139.585 Besucher verzeichneten die drei Häuser des Belvedere 2012, alleine die bis 27. Jänner verlängerte "Jubiläumsausstellung 150 Jahre Gustav Klimt" brachte 460.734 Besucher. Der Eigendeckungsgrad stieg somit auf 59,3 Prozent (2011: 57,4 Prozent), insgesamt verzeichnete man im Vergleich zum Jahr 2011 einen Besucher-Anstieg von 28,2 Prozent. Somit freut sich Husslein über eine "Verdreifachung der Besucherzahlen seit meiner Übernahme im Jahr 2006", als man 432.575 Besucher verbucht hatte.

Löwenanteil ging ans Obere Belvedere
Den Löwenanteil trägt das Obere Belvedere (2012: 815.264 Besucher, 2011: 543.933), ins neue 21er Haus strömten im vergangenen Jahr immerhin 29.874 Besucher (2011: 15.627 Besucher), das Untere Belvedere verzeichnete 2012 mit 294.447 Besuchern allerdings einen Rückgang (2011: 329.073 Besucher). Ebenfalls angestiegen ist der Anteil der nicht-zahlenden Besucher (2012: 178.601; 2011: 139.711), was Husslein auf den Ansturm von Unter-19-Jährigen "aus aller Welt" zurückführt. Von dort stammt auch ein Großteil der Belvedere-Besucher, nämlich 81,9 Prozent. 10,1, Prozent kommen aus der Bundeshauptstadt (laut Husslein "durchaus ausbaufähig"), 8 Prozent aus dem restlichen Österreich.

Chefin erfreut über Schenkungen
Ebenfalls erfreut zeigte sich Husslein-Arco über die zahlreichen Schenkungen und Nachlässe, die das Belvedere im vergangenen Jahr erhielt: Dazu zählt etwa der "bedeutendste Sammlungszuwachs in der Geschichte der Zweiten Republik" durch das Legat von Peter Parzer, der dem Haus 127 Werke, die auf einen Wert im dreistelligen Millionenbereich geschätzt werden und Werke wie Klimts "Sonnenblume", Oskar Laskes "Schlaraffenland" oder Georg Merkels "Zwei Frauenakte" umfassen, vermachte. Hinzu kamen Ankäufe mit Augenmerk auf den Ausbau der Sammlung zeitgenössischer Fotografie, die zu großen Teilen in der Überblicksausstellung "Fotos. Österreichische Fotografien von den 1930ern bis heute" im 21er Haus (ab Ende Jänner 2013) zu sehen sein wird. Mit Werken aus der Thyssen-Bornemisza Collection erfolgte Ende 2012 eine "eminente Dauerleihgabe", was insgesamt für viel Zuversicht beim Belvedere sorgt.

Auch ander Häuser profitieren von Klimt

Nicht ganz so groß ist die Jubelstimmung unterdessen in der Albertina, die ebenfalls heute ihre Jahresbilanz veröffentlichte. Mit 620.333 Besuchern liegt man dank der groß angelegten Impressionismus-Schau, der Ausstellung der Zeichnungen Gustav Klimts und am Ende des Jahres "Kaiser Maximilian I. und die Kunst der Dürerzeit" zwar über dem Jahr 2011 (574.739 Besucher), aber auch unter jenen 655.598 Besuchern aus dem Jahr 2010. 2013 - im 10-jährigen Jubiläumsjahr der Albertina seit ihrer Wiedereröffnung 2003 - werden unter anderem Max Ernst (ab 23.1.), die großen Niederländer Bosch, Bruegel, Rubens und Rembrandt (ab 14.3.), Gottfried Helnwein (ab 25.5.) sowie eine umfassende Ausstellung zu Matisse und den Fauves (ab 20.9.) zu sehen sein.