Influenza macht unsere Kinder krank

Impfungen starten

Influenza macht unsere Kinder krank

Die Influenza macht die Kinder krank und lässt betroffene Senioren sterben. Bei einer stärkeren Krankheitswelle kommt es in Österreich durch die potenziell gefährliche Virusinfektion zu 1.100 bis 1.600 zusätzlichen Todesfällen. Ein möglichst breiter Impfschutz in der Bevölkerung wäre anzustreben, hieß es bei einem Journalistenworkshop mit Experten in Wien.

Das ist der Unterschied von Erkältung und Grippe: 1/7
Akut Im Gegensatz zur Erkältung tritt die Grippe plötzlich und heftig auf. Alarmzeichen: starker Schüttelfrost.
Fieber Bei einem banalen grippalen Infekt steigt die Körpertemperatur oft nur minimal an. Influenza geht mit hohem Fieber über 39 Grad einher.
Schmerz Intensive Kopf- und Gliederschmerzen treten bei Grippe meist schon im Anfangsstadium auf. Herkömmliche Schmerzmittel können die Symptome lindern.
Husten Das Grippe-Virus breitet sich mit Rasanz in den Bronchien aus und führt zu starkem, trockenem Husten. Wenn möglich, den Hustenreiz nicht unterdrücken.
Matt Bei Grippe wird jede Bewegung zur Qual. Nun heißt es "ab ins Bett", denn der Kreislauf beginnt zu streiken.
Entzündung Hals- und ­Ohrenschmerzen können sowohl bei Influenza als auch im Zuge einer Erkältung auftreten. Ob Antibiotika angezeigt sind, entscheidet der Arzt.
Dauer Während eine Erkältung oft innerhalb von Tagen überwunden ist, kann es Wochen dauern, sich von der Grippe zu erholen: Schonzeit!


Kinder am stärksten betroffen
"Null- bis Vierjährige sind am stärksten von der Morbidität (schwere Symptome etc.) der Influenza betroffen, die größte Mortalität gibt es bei den über 65-Jährigen", sagte Daniela Schmid von der Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES).

Die AGES hat vor kurzem erstmals mit wissenschaftlichen Methoden berechnet, wie gefährlich die saisonale Influenza für die österreichische Bevölkerung ist. Dies erfolgte - roh ausgedrückt - durch den Vergleich der Sterblichkeitsdaten im Vergleich von Jahren mit bzw. ohne heftige Influenzaaktivität. Das Ergebnis: 2002/2003 gab es offenbar eine Übersterblichkeit durch die Viruserkrankung von fast 1.600 Toten (über 65 Jahre: rund 1.300), 2004/2005 eine von knapp 1.300 Todesopfern (über 65: etwas unter 1.200) und 2008/2009 eine Übersterblichkeit mit 1.100 Opfern (faktisch alle unter den über 65-Jährigen).

Das Manko: In Österreich waren 2008/2009 nur 37 Prozent der Senioren, nur 24 Prozent der unter 65-Jährigen und nur 17 Prozent der Angehörigen der Gesundheitsberufe geimpft. Nach der Schweinegrippe-Pandemie (2009/2010) ging der Verkauf der Influenza-Vakzine in Österreich auf rund die Hälfte zurück.

Falscher Weg
Genau das ist laut den Experten der falsche Weg. Ursula Wiedermann-Schmidt vom Institut für Spezifische Prophylaxe und Tropenmedizin der MedUni Wien: "Unter den 18- bis 65-Jährigen infizieren sich von 100.000 Personen etwa 10.000, 20 müssen hospitalisiert werden, etwa eine Person stirbt. Die Impfung schützt 8.000 dieser 10.000 Menschen, sie bewahrt 18 vor der Hospitalisierung und rettet praktisch alle (vor dem statistisch zu erwartenden Todesfall)." Bei den über 65-Jährigen infiziert sich ebenfalls ein Zehntel der Menschen, von 10.000 kommen aber schon 520 ins Spital, 98 sterben. Die Impfung schützt in dieser Altersgruppe zu 55 Prozent (5.500 verhinderte Erkrankungen), bewahrt 255 (von sonst 520 Hospitalisierten) vor einem Spitalsaufenthalt wegen schweren Krankheitsverlaufes und reduziert die Zahl der Todesopfer von sonst 98 auf 46 (fast die Hälfte).

Durchimpfen

Aus den Daten lässt sich laut der Expertin folgender Schluss ziehen: "Wir müssten auf 40 bis 50 Prozent der Bevölkerung durchimpfen, um einen 'Herdenschutz' (Schutz auch Nicht-Geimpfter durch drastisch verringerte Infektionsketten, Anm.) zu erhalten." Das wäre speziell für die an sich wesentlich stärke gefährdete Gruppe der älteren Menschen wichtig.

Um die Influenza-Impfung zu propagieren, gibt es im Rahmen einer Aktion in den 1.320 österreichischen Apotheken, so der Kammer-Vizepräsident Christian Müller-Uri, vom 1. Oktober bis Ende Dezember die Impfstoffe um jeweils vier Euro billiger (bei Kinder-Vakzinen um zwei Euro). Die Versicherungsanstalt der öffentlich Bediensteten (BVA) leistet dazu noch einen Zuschuss von zwölf Euro.
 

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