Teuerung

Warum die Inflation wirklich sinkt

Im Jänner ging Teuerung auf 2% zurück ++ Jahresinflation dürfte sich fast halbieren ++ Die Gründe für die geringere Inflation. 

Teuerung. Nein, billiger ist das Leben nicht geworden, im Schnitt sind die Preise im Jänner 2026 um 2% gestiegen. Im Vergleich zum Vorjahresjänner und von einem hohen Niveau aus. Das Annus horribilis 2022 mit 8,6% Inflation ließ die Preise explodieren – über den Umweg der Kollektivvertragsverhandlungen mit Verspätung auch die Arbeitskosten. Für Unternehmer ist es um rund ein Fünftel teurer geworden, Mitarbeiter zu bezahlen. Es gab viele Kündigungen und Pleiten, die Arbeitslosigkeit steigt seit vier Jahren. Mehr als 455.000 Menschen sind ohne Job.

Dafür stieg mit den Gehältern die Kaufkraft von jenen, die noch einen Job haben. Manches wurde günstiger: etwa Treibstoffe wie Diesel und Benzin (siehe Grafik rechts), auch die Verhütungsmittel. Warum es zumindest zur niedrigeren, langsameren Teuerung kam und was die Regierung damit zu tun hat, zeigt oe24:

Der Basis-Effekt beim Strom: Gute Nachricht

Gesunken. Kann sich die Regierung wirklich für niedrigere Inflation feiern, obwohl ihre Maßnahmen wie die Halbierung der Mehrwertsteuer auf Lebensmittel erst ab Juli greifen? Hauptgrund für die gesunkene Jänner-Inflation ist der Basis-Effekt beim Strompreis. Nach Auslaufen der Strompreisbremse war Strom 2025 Monat für Monat rund ein Drittel (!) teurer. Von dieser hohen Basis geht es sogar 8% runter.

Der günstige Stromtarif des Verbunds kommt erst jetzt, andere Angebote waren im Jänner schon günstiger (auf Druck der Regierung?). Der Sozialtarif von 6 Cent pro kWh für arme Haushalte tritt mit 1. April 2026 in Kraft.

Neuer Warenkorb mit billigeren Produkten

Geändert. Der Einkaufskorb der Statistik Austria enthält mehr als 700 repräsentative Güter und Dienstleistungen – dafür werden alle fünf Jahre 7.000 Haushalte befragt, zuletzt 2024. Erstmals wurde der neue Warenkorb genommen für die 2%-Jänner-Inflation. Sonst wäre sie bei 2,1% gelegen. Cui bono? Die Zahl ist schöner und die Haushalte sind von teurer gewordenen Produkten auf günstigere umgestiegen. Geänderte Konsumgewohnheiten drücken die Inflation (wir gehen weniger oft auswärts essen, weil es so teuer ist).

Sprit & Strom billiger, Verhütung steuerfrei

Bonus. Seit 2026 gibt es Menstruationsprodukte und Verhütungsmittel ohne Umsatzsteuer: Tampons, Binden, Menstruationstassen, Kondome, die Pille etc. wurden um 16% billiger.

Sprit wurde dank der Lage am Weltmarkt billiger – um 6,6%. Die Steuern darauf sind enorm. Wenn man heute 1,50 Euro pro Liter tankt, gehen bei Benzin 85 Cent an den Staat, beim Diesel holt der Finanzminister 80 Cent. Beim Strom wurde seit Jänner die Elektrizitätsabgabe (von 1,5 auf 0,1 Cent pro kWh) und der Erneuerbaren-Förderbeitrag (-22%) gesenkt.

Geldmenge nimmt zu

Das Wort Inflation kommt aus dem Lateinischen und steht für die Aufblähung der Geldmenge. Wenn die schneller wächst, als die angebotenen Güter und Dienstleistungen steigen die Preise.Seit Euro-Einführung hat sich die Zentralbankgeldmenge verzehnfacht. Quo vadis, Euro! Der Euro hat seit damals fast 40% an Wert verloren.

Fehler im Artikel gefunden? Jetzt melden.
OE24 Logo
Es gibt neue Nachrichten