Am 24. August brachte Max Herre sein neues Album "Halo Welt!" heraus.

Neue Platte

Max Herre sagt "Hallo Welt!"

Mit mehr Rpp & politischen Statements will der Musiker die Charts stürmen.

Der deutsche Rapper, Produzent und Singer-Songewriter Max Herre, in den 90er-Jahren noch bekannt als "Max aus dem Schoß der Kolchose" aus der Gruppe "Freundeskreis", ist nach einer dreijährigen Pause mit seinem dritten Soloalbum zurück. "Jede Platte ist irgendwie ein Neuanfang und ein neuer Lebensabschnitt", erzählt der Stuttgarter im Interview mit der APA in einem Hotel über den Dächern Wiens. Trotzdem finden sich einige bekannte Komponenten auf "Hallo Welt!", so der Titel des Albums, das ab 24. August im Handel erhältlich ist. Herre wandelt auf alten, neuen Wegen und bringt den Rap zurück in seine Musik und die Politik zurück in seine Texte. Am 19. Oktober führt ihn seine Tour in die Wiener Arena.

Hier eine Hörprobe: Wolke 7

Mit frischem Wind in den Segeln zurück  
Nachdem das letzte Album "Ein geschenkter Tag" eher ruhigere Töne anschlug, wollte es Herre auf dem neuen Album wieder mehr krachen lassen: "Es ist natürlich immer eine Frage, wo man gerade im Leben steht, wie man sich fühlt und auf was man Lust hat. Jetzt hab ich das Gefühl, ich kann wieder mehr mit der Welt teilen und es einfach raushauen." Rap sei ein faktisches Medium, Anliegen können konkreter bearbeitet werden, die Ansprache im Rap sei eine wesentlich direktere, so der 39-Jährige. Als Freeload auf Facebook stellte er seinen Fans bereits den eindrucksvollen Beweis "Jeder Tag Zuviel" zur Verfügung.


Wolke 7 - Eine ruhige Aussnahme
 
Die erste echte Singleauskopplung "Wolke 7" ist dennoch ein ruhiges Stück und sticht damit aus dem Rest der Platte heraus. "Für mich ist es eine sehr spezielle Nummer. Eine, die man so von mir nicht gehört hat. Es geht auch darum, das Rad weiter zu drehen und nicht zu sagen: Max ist zurück und rappt und es ist wieder alles 90er." "Wolke 7" ist aber auch düsterer als man es von Herre gewohnt ist. Hier habe er sich das erste Mal getraut, auch mal in einem dunklen Moment zu verharren, in dem man den Ausweg nicht sofort sieht. Warum müsse man immer so tun, als wäre die Lösung gleich da, fragt Herre.

Ein Hauch von Konzeptalbum
 
"Hallo Welt!" verströmt auch einen Hauch von Konzeptalbum - als übergreifendes und zusammenführendes Konzept hat Herre das "Piratenradio" eingeführt. "Jede Quelle ist erlaubt. Da ist dieser Piratensender natürlich auch ein Trick, um zu sagen: Ich mache alle diese Dinge passend, weil es mein Programm ist. In meinem Format ist alles erlaubt, was mich interessiert." Das ermöglicht ihm auch, in fünfzehn Songs eine große Bandbreite an Themen und Stimmungen abzuarbeiten: "Occupy"-Bewegung, Finanzkrise und Arabischer Frühling stehen ebenso im Fokus wie das alltägliche Leben des Einzelnen, als Endlosschleife des Funktionierens im uniformen Konsumrausch. "Ich war sehr inspiriert vom letzten Jahr und dem was los war auf der Welt. Andererseits ging es mir darum, im Jetzt zu sein. Um das Gefühl, feiern zu gehen und am nächsten Tag aufzuwachen und zu merken, es ändert sich nichts, aber es liegt so viel im Argen, dass man am nächsten Tag lieber doch wieder feiern geht."

Zahlreiche Gäste dabei 
Weil er diese Gefühle nicht immer aus dem Inneren heraus beschreiben könne, hat sich der Hip-Hop-Musiker Gäste auf sein Album eingeladen, die vor allem für viele Refrains verantwortlich zeichnen. Neben Herre rappen und singen unter anderen Samy Deluxe, Patrice, Cro und Clueso sowie den Soulkünstler Aloe Blacc, der mit "Vida" und "So wundervoll" zuständig für die schönen Seiten des Lebens ist. "Ich habe eigentlich immer sofort eine Stimme, eine Farbe, einen Namen im Kopf. Und ich habe den Luxus, dass ich Leute um mich habe, die ich anrufen kann und fragen kann: Willst du helfen? Ich teile diesen Platz gern, wenn der Song dadurch größer wird."

Homgenes Gebilde  

Deswegen sei "Hallo Welt!" einerseits eine Max-Rap-Platte, zeige aber andererseits auch die Produzentenseite von Herre. Denn in der dreijährigen Pause hat sich Herre vor allem auf seine Produzententätigkeit konzentriert: "Das macht auch eine Qualität der Platte aus. Ich weiß, wer passt zu welchem Song und wie kann das ein homogenes Gebilde werden. "Für dieses Gebilde nutzt Herre allerhand Anspielungen, Referenzen und Versatzstücke: Von "Oh wie schön ist Panama" über "Mach kaputt, was dich kaputt macht" bis hin zu einer deutschen Variante von Lenny Kravitz' "It Ain't Over 'Til It's Over" ("Nicht Vorbei (Bis Es Vorbei Ist)"). Hip-Hop ist Samplingkultur und Zitatenkunst, erklärt Herre. es gehe darum, Dinge aus ihrem Kontext zu nehmen und zu etwas Neuem zusammenzufügen. "Es ist erstmal alles erlaubt. Ich finde es eben gerade spannend, Sachen nebeneinander zu stellen, die vermeintlich nicht so passen." Daraus entstehe seine referentiell-eklektische Arbeitsweise.

Promo-Konzert im Oktober  
Doch trotz aller Liebe zum Basteln und Feilen, steht Herre gern auf der Bühne. "Der einzige Grund warum es Alben von Max Herre gibt, ist, damit ich diese Touren spielen kann", lacht er. "Es ist ein sehr freier Moment. Man geht da hoch und man muss loslassen, es gibt nur die Flucht nach vorne." Am 19. Oktober wird Herre in der Wiener Arena spielen - und es einfach raushauen.

Info
Alle Informationen rund um das Konzert am 19. Oktober in der Wiener Arena finden Sie unter www.oeticket.com.

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