So wird das Popjahr 2016

Große Stimmen & Gitarren

So wird das Popjahr 2016

Carey & Rihanna statten Wien einen Besuch ab - Wiedersehen mit AC/DC.

Große Stimmen und harte Gitarren: So lässt sich das Popjahr 2016 mit wenigen Worten auf den Punkt bringen. Das konzertaffine Publikum darf sich vor allem auf namhafte Popsängerinnen freuen und einigen alten Haudegen von Hard Rock und Heavy Metal die Ehre erweisen. Viel zu tun bekommen Festivalfans, gesellen sich doch immer mehr Freiluftangebote zu etablierten Events wie Nova Rock und Frequency.

Mega-Stars

Ein Trend der vergangenen Jahre setzt sich nahtlos fort: Sollen wirklich die Massen begeistert werden, dann legen Sängerinnen ihren männlichen Solokollegen immer noch einiges vor. Mit Ellie Goulding (29. Jänner in der Wiener Stadthalle), Florence & the Machine (12. April in der Stadthalle), Mariah Carey (19. April ebenfalls in der Stadthalle) sowie Rihanna (10. August im Wiener Ernst-Happel-Stadion) machen es drei aktuelle Stars vor und sorgen für Highlights im Konzertkalender. Gemunkelt wird zudem über einen möglichen Auftritt der vielleicht heißesten Aktie im Business: Adele, die mit ihrem dritten Album "25" gerade erst etliche Verkaufsrekorde gebrochen hat, scheint bis dato aber einen Bogen um die Alpenrepublik zu machen. Aber die Hoffnung stirbt zuletzt.

Neue Alben
Was nicht im direkten Tête-à-Tête zu erleben ist, kann man sich wiederum als Tonträger erwarten. Und auch hier sind es meist die Damen der Zunft, die den größten Eindruck hinterlassen: Von Christina Aguilera über Britney Spears und Katy Perry bis Lady Gaga reicht die Bandbreite jener, die wahrscheinlich mit neuem Material vorstellig werden. Auch Gwen Stefani arbeitet offenbar an ihrem dritten Solowerk und hat mit "Used To Love You" kürzlich einen ersten Vorgeschmack gegeben. Fix sind hingegen neue Platten von David Bowie ("Blackstar" erscheint am 8. Jänner) und Elton John ("Wonderful Crazy Night" wurde für 5. Februar avisiert). Mit Spannung darf man auch das zweite Album der britischen Postrock-Formation Savages erwarten: "Adore Life" soll ab 22. Jänner erhältlich sein.

Große & kleine Festivals
Ansonsten gilt es wohl, sich auf überraschende Veröffentlichungen einzustellen - ein Umstand, der in den vergangenen Monaten zunehmend Usus geworden ist und vor allem mit neuen Vertriebsmöglichkeiten im Streamingsegment zu tun hat. Während sich der Markt hier rege weiterentwickelt und mit Tidal oder Apple Music von prominenten Musikern respektive Unternehmen gestartete Angebote hinzugekommen sind, scheint ähnliches für den heimischen Festivalsektor zu gelten. Allen voran der Osten Österreichs wird hier dank großer Veranstalter mehr als gut versorgt, während sich gleichzeitig auch Freiluftveranstaltungen in kleineren Dimensionen ungebrochener Beliebtheit im Land erfreuen.

Nova Rock
Besonders wären da die etablierten Flaggschiffe Nova Rock (9. bis 12. Juni in Nickelsdorf) sowie Frequency (18. bis 20. August in St. Pölten) zu nennen: Ersteres hat mit Korn, Deftones und Red Hot Chili Peppers nicht nur einige Namen bereits bekannt gegeben, sondern auch weiterhin Konkurrenz aus der Bundeshauptstadt. Dort geht von 3. bis 5. Juni das ähnlich gelagerte Rock in Vienna auf der Donauinsel über die Bühne und bietet ein kollektives Abrocken zu Klängen von Rammstein, Iron Maiden oder Iggy Pop. Wer hingegen für klischeebeladene Open-Air-Spektakel schwärmt, für den gibt es in Kitzbühel (20. August) und Schladming (27. August) auch zwei Freiluftkonzerte von "Volks-Rock'n'Roller" Andreas Gabalier.

Festivals in Hülle und Fülle

Ansonsten hat man die Qual der Wahl: Urban Art Forms (1.7., Marx Halle Wien), Sunsplash (3.7., Arena Wien), Two Days A Week Special (6.7., Marx Halle Wien), Nova Jazz & Blues Night (8.7., Schlosspark Esterhazy Eisenstadt), Harvest Of Art (8.7., Marx Halle Wien, und 9.7., Burg Clam), Nu Forms Festival (30.6.-2.7., Wiesen), Out Of The Woods (15.-16.7., Wiesen), HipHop Open (22.-23.7., Wiesen), One Drop Festival (26.-27.8, Wiesen) oder Nuke Festival (2.-3.9., Messe Graz) bieten so ziemlich alles zwischen Rock, Funk, Reggae, Hip-Hop und Elektronik. Muss man sich nur noch entscheiden.

Für Rock-Fans
Dass es aber nicht immer an vielen Bands liegen muss, ein großes Publikum anzuziehen, dürften allen voran zwei Veteranen im kommenden Jahr unter Beweis stellen: Queen werden gemeinsam mit Adam Lambert das wiederbelebte Steel City Festival in Linz (25. Mai) schmücken. Und AC/DC beglücken nach ihrer Monstershow in Spielberg im Mai mit weit über 100.000 Zuschauern ihre Wiener Fans und geben ein beinahe intimes Konzert im Ernst-Happel-Stadion. Da können jetzt schon die Luftgitarren gestimmt werden.

Ausverkauft
Leider zu spät dran ist, wer jetzt erst den Besuch der englischen Folkband Mumford & Sons in der Wiener Stadthalle am 19. Mai entdeckt: Für das Konzert der vormals ganz auf Banjo, akustische Gitarren und stampfende Percussion setzenden Gruppe gibt es nämlich keine Karten mehr. Aber auch sonst kann sich das Frühjahrsprogramm in Wiens größter Konzerthalle mehr als sehen lassen: Den Winter vertreiben werden die Maskenmänner von Slipknot (26. Jänner), Motörhead setzen auf Lautstärke und ordentliche Durchschlagskraft (14. Februar), a-ha lassen die Teenieherzen in den Erwachsenen höherschlagen (10. April) und James Morrison ist ebenfalls immer für eine Schmeicheleinheit gut (24. April).

Gastspiele
Wie abwechslungsreich das Konzertjahr werden dürfte, belegen auch die Gastspiele von Grunge-Ikone Chris Cornell (12. April im Wiener Konzerthaus), den wiedervereinten Indie-Krawallbrüdern Libertines (25. März in der Wiener Stadthalle) oder der britischen Trip-Hop-Band Massive Attack (20. Februar im Wiener Gasometer). Grammy-veredelt ist der sehr poppig ausgelegte Rap des US-Duos Macklemore & Ryan Lewis, die am 19. März in Wien und am 6. April in Linz zu Plattenteller und Mikrofon greifen werden. Kreischalarm ist hingegen bei Justin Bieber vorprogrammiert, der am 8. November in die Wiener Stadthalle kommt.

Anfang & Abschied

Dort werden schließlich auch zwei Gitarrenbands, wenngleich an verschiedenen Enden des Spektrums, für gehörigen Andrang sorgen: Denn am 22. April wollen Wanda ihren Erfolg auf eine neue Ebene hieven und rufen zum "Second Waltz". Wo die Wiener Band, die mit den Alben "Amore" und "Bussi" für Furore sorgte, noch am Anfang steht, heißt es von Black Sabbath hingegen Abschied nehmen. Die Band um Sänger Ozzy Osbourne gehört zu den größten Rockbands des Planeten und wird auf ihrer Abschiedstournee am 28. Juni nach Wien kommen.