Austro-Bergführer wurden verhört

3 Tote in Lawine

Austro-Bergführer wurden verhört

Staatsanwalt verhörte 2 österreichische Bergführer. Sie sind wieder frei.

Die jungen Alpinisten Frank O. aus Salzburg, Matthias L. aus Wien und der Südtiroler Martin P. aus Bruneck kamen am Mittwoch in der Lawine im Écrins-Massiv in den französischen Westalpen ums Leben. Ein Tourengeher aus Tirol wurde lebensgefährlich verletzt, als das 80 Meter breite und 250 Meter lange Schneebrett die elfköpfige Gruppe in die Tiefe riss. Er erlitt einen Herzstillstand, wurde reanimiert, liegt derzeit in der Klinik in Grenoble im Koma.

Alpinisten führten die jungen Tourengeher an
Verhör. 24 Stunden nach dem Unglück ließ der französische Staatsanwalt Raphael Balland am Donnerstag zwei Bergführer des österreichischen Alpenvereins festnehmen. Sie haben die Gruppe der jungen Alpinisten im Alter zwischen 20 und 25 Jahren angeführt.

Überprüft sollte werden, ob sie nach der Gesetzeslage als solche in Frankreich tätig sein durften. Ermittelt wurde aber auch wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung. Dazu wurden die Bergführer stundenlang einvernommen, am Donnerstagabend aber wieder auf freien Fuß gesetzt. Robert Renzler, Generalsekretär des Alpenvereins, zu ÖSTERREICH: "Solche Überprüfungen sind auch bei uns üblich. Unsere Bergführer haben nicht fahrlässig gehandelt. Es gibt jetzt die schriftliche Bestätigung, dass sie als Bergführer berechtigt sind, international tätig zu sein." Freitag sollen die zwei mit den anderen Überlebenden mit Bussen zurückkehren.

Katastrophe
Die neun jungen Tourengeher waren am Mittwoch mit den zwei Bergführern unterwegs, alle sind Teilnehmer des Alpenvereinsprojekts "Junge Alpinisten".

Um 14.30 Uhr erreichten sie den Col Émile Pic in 3.350 Meter Höhe. Über eine Scharte stiegen sie ab, hatten Steigeisen an: "Weil der Schnee an dieser Stelle pickelhart ist", erklärt Robert Renzler. Gerade in dem Moment, als die Gruppe ihre Ski anschnallte, löste sich der Schnee. Die Lawine riss die Sportler in die Tiefe, sechs Tourengeher wurden komplett verschüttet, fünf steckten bis zur Brust in den harten Massen. Sie konnten sich selbst befreien. Möglicherweise hat Sturm die Lawine ausgelöst. Den gesamten Mittwoch über war in den französischen Alpen wegen Windböen vor erhöhter Gefahr gewarnt worden. Das Risiko wurde dennoch auf der fünfstelligen Skala nur mit Stufe drei eingestuft.

Karl Wendl

VIDEO: Zwei Österreicher sterben unter Lawine


 



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